Jetzt online: unsere neuen Subchannelseiten Historead und Spirit

Rezensionen

Hier finden Sie alle Rezensionen zum Buch nach Erstellungsdatum sortiert.

In Petra Durst-Bennings Zarentochter geht es um die Zarenfamilie Romanow - speziell um Olga (genannt Olly), die Tochter des Hauses. Zunächst ist Olly eine kleine Rebellin, möchte mehr als nur ein Zarentöchterlein sein, wird aber dann doch oder vielmehr leider gebändigt.

Das Buch liest sich im Großen und Ganzen leicht und flüssig. Hat leider aber auch ein paar Stellen, auf die ich hätte gut und gern verzichten können, weil mir die Beschreibungen einfach zu langatmig waren.

Nichtsdesto trotz hat Petra Durst-Benning den Lebensweg von Olga mit einem liebevollen Blick geschildert und mit vielen Verwirrungen und Verstrickungen dafür gesorgt, dass Olga ihr Ziel erreicht.

Mein Fazit: Ein netter - auf historischen Tatsachen - begründeter Roman, den man gut und gern an einem verregneten Sonntag (aus)lesen kann.

4

 

Die Geschichte dreht sich um Olga Nikolajewna Romanowa (kurz Olly), zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. und spätere Königin von Württemberg.  
Der Leser begleitet das junge Mädchen von Kindesbeinen an, erfährt mehr über den Alltag einer Großfürstin, erlebt ihre erste Liebe zu einem Offizier und Ollys spätere Wirrfahrt im traditionellen „Hochzeitskarussell“, wo die Liebe keine besonders große Rolle mehr spielt.
 
Wer einen historischen Roman erwartet, der sowohl die Hauptprotagonisten in eine schöne Liebesgeschichte einbindet als auch mehr Hintergrundwissen und Fakten vermittelt, der ist mit diesem jedoch Buch schlecht beraten. Die Geschichte lehnt sich an Fakten an, ist insgesamt jedoch sehr flach gehalten und plätschert somit ein wenig vor sich hin. Die Entwicklung der Charaktere ist gut nachvollziehbar und von der Autorin schön herausgearbeitet; um die Geschichte jedoch wahrheitsgetreu nachvollziehen zu können, muss man sich zusätzlich anderer Informationsquellen bedienen.
 
An einigen Stellen ist mir die Autorin zu wenig ins Detail gegangen, z.B. der Tod von Mischa, den Olly anscheinend sehr schnell verkraftet hat oder der Brand im Palast, wo Olly sämtliche Besitztümer verloren hat und zu Tode verängstigt war. An anderen Stellen hat sich Petra Durst-Benning wiederum zu sehr festgebissen und die Story unnötig in die Länge gezogen.    
 
Sehr gefallen haben mir hingegen die Zeit- und Perspektivwechsel, welche immer wieder ein entscheidender Knackpunkt in historischen Romanen sind. Diese sind flüssig eingebunden und umkompliziert, sodass man sich im insgesamt leichten Lesefluss nicht gestört fühlte. Schlussendlich lässt sich sagen, dass „Die Zarentochter“ ein schöner Schmöker für die beginnenden Herbsttage ist. Ein historischer Roman, der sich mehr der Liebe und dem Leben der Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa widmet und sich nur am Rande mit historischen Fakten und den politischen bzw. wirtschaftlichen und sozialen Miss- Zuständen im damaligen Russland beschäftigt.   

 

4

...für diesen Roman ist ein heller schöner Wintergarten, ich liege auf einer Chaiselonge, neben mir schnurrt eine weiße Perserkatze, vor mir steht Tee und leckeres Gebäck....genug. Was ich damit sagen will ist, dass mir "Die Zarentochter" gefallen hat. Ich habe gerne gelesen wie es am Hofe des russischen Zaren zugeht, wie der autoritäre Fürst nicht nur sein riesiges Land, auch seine Familie und den Hofstaat mit fester Hand regiert. Dass er dadurch einige Male sehr vehement in das Schicksal seiner Kinder, in das der Protagonistin Olly eingreift gibt dem Roman eine Tiefe, die ihn über das Gros der romantischen historischen Lebensgeschichten heraushebt. Was ich an Wissen über Kultur und Geschichte dieser Zeit habe, sagt mir, dass die Verhältnisse recht realistisch dargestellt sind. Die Handlungsträger von Frau Durst-Benning verhalten sich angemessen und zeitkonform.

Nicht immer nach den heutigen Vorstellungen. Aber das macht nichts, weil solche Bücher lese ich aus purer Vergnügungssucht, um dem Alltag zu entfliehen. Diesen Wunsch konnte die Autorin mir erfüllen.

Prachvoll schildert sie das Leben am Hofe von Nikolai und Alexandra, mit Farben und Gerüchen schmückt sie die Szenen aus, die berichten wie Olly und ihre Geschwistern aus Kindern zu Jugendlichen und schließlich jungen Erwachsenen werden. Das Leben der jungen Romanows ist aus Sicht des gemeinen Volks (also auch aus meiner Sicht) luxuriös und beneidenswert. Und doch lässt der Roman nicht aus, dass auch am Fürstenhof Kummer und Leid nicht außen vor bleiben.

Was mir am Stil der Autorin gefallen hat sind die sparsam eingesetzten Perspektivenwechsel, die immer eine erhellende Komponente haben. Einige Vorankündigungen, was demnächst passieren wird haben eine gewisse Spannung erzeugt. Nicht zuviel und nicht zuwenig, das scheint mir hier gut gelungen zu sein.

 

5

Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), genannt Olly, zweite Tochter des russischen Zaren, wächst wohlbehütet mit ihren Geschwistern in St. Petersburg auf und wird auf ihr Leben als Herrscherin vorbereitet. Auch bei der Wahl des Ehepartners müssen diverse Regeln beachtet werden, sodass Olga nicht ohne weiteres einen passenden Ehemann findet.

Russland im 19. Jahrhundert - nicht unbedingt viel beschreibenes Thema historischer Romane. Umso neugieriger war ich. Und wurde nicht enttäuscht. Farbenfroh und lebendig schildert die Autorin das Leben von Olga mit allen Höhen und Tiefen, man erhält einen Einblick, wie das Leben verlaufen kann, wenn man politische Verantwortung trägt.

Der Schreibstil ist flüssig, das Buch hat sich schnell weggelesen. Im Nachwort befinden sich noch einige Anmerkungen der Autorin, die sehr hilfreich sind. Außerdem wird eine Fortsetzung des Romans angekündigt, auf die ich mich schon jetzt freue. Ich fand das Buch richtig gut.

3

Olga, eine Großfürstin lebt mit Ihren Geschwistern in Russland und werden vom Zar und der Zarin (Ihren Eltern) sehr konsequent zu Herrscherinnen herangezogen. Dabei sind sie sehr liebevoll, jedoch ist es keinem der Kinder vergönnt die Liebe ihres Leben zu heiraten, wenn diese nicht einen gewissen Stand haben.

Wer etwas mehr über den historische Hintergrund wissen will und die politischen Ereignisse, die Olga zu dem machen, was sie ist, der wird hier sehr enttäuscht. Die Geschichte ist sehr schön beschrieben und die Protagonisten haben alle ihren eigenen Willen und wirken sehr lebendig. Aber dennoch bleibt die Geschichte eher flach und wenig tiefgründig. Leider dreht sich alles nur um die Liebe. Alle drei Geschwister verliben sich in Personen weit unter ihrem Stand, womit diese Beziehung schon zum Scheitern verurteilt ist. Es gibt viele Rückschläge bei der Suche nach einem geeigneten Partner.

Leider fehlt mir hier der historische und politische Hingergrund. Ich hatte mir mehr Fakten erhofft. Aber alles in allem eine ganz nette Geschichte.

3

Die Zarentochter gewährt einen Einblick in die russische Welt und doch ist das Hauptthema das Liebesleben eines heranwachsenden Mädchen auf der Suche nach dem passenden Ehemann. Einige Episoden zeigen deutlich welchen Einfluß der Vater und später der Bruder nehmen, um nicht akzeptable Freunde/Liebhaber aus Ollys Umwelt zu entfernen. Leider ist das Eintauchen in die Welt von damals mir nicht gelungen, auch wenn ich einen Eindruck von dem Kontrast arm und reich erhalten habe.

Der Erzählstil war gut zu lesen. Den Wechsel der Erzählperspektive habe ich sehr angenehm empfunden.

 

5

 

Armen und Bedürftigen Russlands. Jedoch stößt sie dabei nicht immer auf ein offenes Ohr in ihren Kreisen. Ihr Vater ein strenger und doch sehr herzlicher Herrscher steht der Kopf eher nach der optimalen Verehelichung seiner Kinder. Eine Hochzeit aus liebe rückt hierbei in den Hintergrund und im Vordergrund steht die optimale politische Verbindung.  Olga hat jedoch für die Interessen ihres Vaters kein offenes Ohr.  Mit Hilfe eines neuen „Kindermädchens“ möchte der Zar aus seiner Olga eine Dame von Welt machen. Aber auch hier macht der Dickkopf kein gutes Bild, ihr reicht es schon, wenn ihre Schwester nach den Vorstellungen ihres Vaters „tanzt“. Als jedoch ihre Schwester aus liebe Heiratet, ihr Bruder keine Frau findet und es politisch nicht gerade rosig aussieht setzt der Zar in sie seine ganze Hoffnung. 

Wird Olga von allen Olly genannt ihren Vater glücklich machen und vor allem, wird auch sie ihr Glück finden? Wird sie die Zukunft Russlands werden?

 

Petra Durst-Benning beschreibt in diesem historischen Roman die Geschichte Russlands um 1800. Als Leser werden wir schon zu Beginn mit einem herrlichen Schreibstyle in das eher raue Russland versetzt. Die Geschichte wird aus der Sicht von Olga der Zarentochter erzählt die wir als Leser seit ihrer Kindheit bis zum jungen Erwachsenen begleiten werden.   Hier merken wir schnell, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Denn selbst wer alles hat und zu dem jeder aufsieht muss seine Opfer bringen.

Dieser Roman ist gefüllt mit der puren Leidenschaft einer Schriftstellerin  uns als Leser durch die Geschichte nicht nur zu führen sondern diese zu erleben. Es handelt sich hierbei um den ersten Teil eines Zweiteiligen Romans  und wie es weitergeht erfahren wir im hoffentlich genauso spannenden. Was wird Olga als nächstes im Leben passieren? Was für eine Partie sie macht und ob ihr Vater zufrieden mit ihrer Wahl ist; weiß ich aber diese wunderbaren Inhalte möchte ich hier nicht verraten. Da kann ich nur sagen, selber lesen und den Roman auf sich wirken lassen. Es lohnt sich.

1

Das Buch beschreibt eine Zarenfamilie, die auf der Suche nach standesgemäßen Eheschließungen für Ihre Kinder ist. Die Figuren wurden alle ganz nett beschrieben und auch die Atmosphäre im Zarenpalast wird eindrucksvoll beschrieben. Eine der Töchter ist die Großfürstin Olga - auch Olly genannt, die bis ganz zum Schluss keinen geeigneten Partner finden kann. Sie verliebt sich zwar öfter, aber immer unter ihrem Stand. Die Eltern sind konsequent, was die standesgemäße Heirat angeht, werden aber auch als liebevoll beschrieben, die Ihrer Tochter gern Ihre Traurigkeit nehmen würden. Olga wollte eigentlich einen Mann heiraten, der es ihr ermöglicht, mehr für die Armen zu tun. Sie möchte ihnen gern helfen, kann dies aber nur, wenn sie Macht erhält. Daher sucht sie verzweifelt nach einem geeigneten Mann und verliert Ihren Lebensmut, weil ihr das nicht gleich gelingt.

Das ganze Buch dreht sich nur um dieses Heiratskarussel und vom politischen Hintergrund und von der russischen Geschichte ist nicht wirklich etwas zu lesen dabei. Die Ereignisse, wie zum Beispiel der tragische Unfall gleich am Anfang von dem Bootsjungen oder die Liebesgeschichten werden alle nur an der Obefläche angekratzt, aber nicht weiter vertieft. Dadurch hat das Buch etwas nichtssagendes an sich.

Habe viel mehr von dem Buch erwartet. Schade eigentlich, da der Schreibstil gut zu lesen war.

5

Die Leseprobe hatt nicht zuviel versprochen. Das Buch war einsame Spitze!

Der Autorin gelingt es, dass man sich schon ab der ersten Seite der Protagonistin Olga nahe fühlt. Was mich persönlcih sehr anspricht, ist, dass die russische Zarenfamilie mal nicht nur kalt und hartherzig dargestellt wurde.

Die Nebenwirkung, nämlich, dass man auch nebenbei was über den russischen 'Hof gelernt hat, hat mir ebenfalls sehr gefallen. Es ist immer schön, historische Romane lesen zu können, die nicht so verdreht sind, dass sie kein Körnchen Wahrheit mehr enthalten.

Ich freu mich schon sehr auf die Fortsetzung!

2

...bin ich schon von Petra Durst-Bennings "Die Zarentochter". Der Autorin gelingt es zwar sehr gut, ein buntes Sittengemälde vom russischen Zarenhofe zu malen, an dem ihre Protagonistin, die Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa, ihre Kindheit und Jugend verbringt. Politische Hintergründe, insbesondere aber Ereignisse, die Olgas Entwicklung maßgeblich beeinflussen, bleiben aber weitgehend im Dunkeln. Da wird zwar die tragische Geschichte um den Bootsjungen Mischa erzählt, die sich ereignet, als Olga noch ein kleines Mädchen ist, später folgen Besuche in den Waisen- und Armenhäusern von Petersburg, doch sind dies nur winzige Splitter in einem Umfeld aus höfischem Klatsch und Tratsch, echten und vermeintlichen Liebeleien und Intrigen rund um Olga, ihre ältere Schwester Mary und ihren Bruder, den Zarewitsch Sascha. Über viele, viele Seiten ist das Buch leider nur langatmig, ermüdend und nichtssagend. Oft hatte ich das Gefühl, in einer der belanglosen Zeitschriften zu blättern, die in der Regel bei Ärzten und Friseuren ausliegen und versuchen, das Leben der "Blaublütigen" als besonders spannend, interessant oder skandalös zu verkaufen.

Die einzige Liebeszene übrigens, zu der sich Petra-Durst-Benning hinreissen läßt,  mag nicht überflüssig sein - im Gegenteil, manchmal erhofft man sich sogar mehr davon, weil es die Handlung endlich etwas voran treibt. Die beinahe schon obszöne Wortwahl in diesem Zusammenhang jedoch ist absolut unpassend, wirkt peinlich und deplaziert. Hier stösst die Autorin offensichtlich an die Grenzen ihrer künstlerischen Fähigkeiten.

Interessant wird trotz all der Mängel sein, den angekündigten zweiten Band zu lesen, in dem es um Olgas Zeit als Königin in Württemberg geht. Denn in dieser Zeit ist es Olga offenbar gelungen, für eine Monarchin ungewöhnliche Zeichen zu setzen und Eindrücke zu hinterlassen, die sie bis heute als eine bedeutende Frau erscheinen lassen.

 

hatte nicht zuviel versprochen. In klarem in beschwingten Ton ging es weiter mit Episoden aus Grossfürstin  Olgas Kindheit und die ihrer Geschwister. Die Charaktäre der einzelnen Familiemitglieder und auch der verschiedenen Bediensteten werde schön aber nicht überzogen dargestellt.

Am Anfang habe mich die zeitlichen Sprünge etwas irritiert aber die liessen auch mit voranschreiten der Geschichte nach. Es wurde nie langweilig da die Geschichte sich zwar auch Olly fokussierte aber die anderen Personen und deren Lebenswege nicht ausser acht läßt. Phasenweise hat es mich ein wenig an "Sissi  jugendjahre einer Kaiserin" erinnert aber bei weitem nicht so schwülstig und überzogen.

Ich habe, während ich diese Buch las auch einiges über das Zarenhaus nachgelesen und die Geschichte scheint, in wesentlichen Teilen, die Realität abzubilden. Die ein oder zwei Unstimmigkeiten erklärt die Autorin im Nachwort.

Ich lese gerne Romane mit historischen Inhalten. Ich habe kein Problem wenn das eine oder andere "angepasst" wird oft neigen aber Autoren dazu die ganze Geschichte umzuschreiben, dies ist hier nicht der Fall. Neben dem lockeren Schreibstil gefällt mir gedae dies besonders.

Auch habe ich einiges gelernt, zB das am Zarenhof des 19 Jhrds französisch gesprochen wurde und das die Zarenfamilie kaum russisch konnte, daß noch mehr deutsche Herrscherhäuser mit dem russischen "verbandelt" waren.

In Summe wiedereinmal ein gelungener Roman von Durst-Benning, welcher schon auf die Fortsetzung neugierig macht....

 

Feodora http://feodora.livejournal.com/ http://www.bookcrossing.com/mybookshelf/Feodora

5

Der Roman, von personalem Erzähler begleitet, basiert auf historischem Hintergrund.

Mich persönlich interessiert russische Geschichte gewöhnlich nur begrenzt. Vielleicht bin ich auch als in der DDR geborenes Kind etwas vorgeschädigt. Manch einer sagt jetzt sicher, genau darum sollte ich doch Interesse haben oder Vorbildung...nein es war mir zu Schulzeiten verhasst über Russland nachzudenken und ich hab mir wenig gemerkt. Außerdem stand russische Geschichte nicht im Vordergrund des Lehrplanes und wurde wenn, dann verzerrt wiedergegeben, da die "Wende" noch allzzfrisch im Kopf existierte.

Dieses Buch jedoch hat "Lust auf mehr" in mir geweckt. Das Buch erzählt die Geschichte von Olga (Olly) - der zweiten Tochter, dem dritten Kind, des russischen Zaren Nikolai. Sie lebte 1822-1892 und war die meiste Zeit ihres Lebens württembergische Königin.

Die Autorin, mir bis zum Lesen des Buches unbekannt, versteht es zu fesseln. Ihr Schreibstil ist bildhaft und leicht leserlich ohne dabei ins oberflächliche oder kitschige abzukippen. Das Buch ließ sich also flüssig lesen. Das Leben am Hofe, das Schauspiel der weißen Nächte, die Tee´s und Bälle wurden in meinem Kopf beim Lesen des Buches regelrecht lebendig.

Olga´s Familie wird einem im Verlauf des Buches sehr vertraut. Bis hin zu Tränen gerührt haben mich einzelne Szenen. Der Tod von Olgas jüngerer Schwester war so eine Episode.

Das Buch als Gesamtes dreht sich vorrangig darum, dass die Kinder der Zarenfamilie politisch vorteilhaft verheiratet werden sollen. Auf Emotionen kann dabei nur begrenzt Rücksicht genommen werden. Die Aufstände in Russland werden nur am Rande gestreift- das bleibt für mich ein kleiner Wermutstropfen. Ein "historischer Liebesroman" wäre für mich die passendere Umschreibung für das Werk anstatt nur "historischer Roman".

Olly´s Interesse Misstände in der Bevölkerung ändern zu wollen, sozial Schwachen zu helfen, wird oft im Buch erwähnt, konkrete Beispiele dafür tauchen leider wenige auf- oft standen ihr allerdings auch der Zar oder der Bruder im Wege. Ich vermute/bzw hoffe im zweiten Band (erscheint nächstes JAhr) wird dazu mehr zu lesen sein. Olly ist jedenfalls eine Frau mit Seele, die nicht nur nach Glanz und Schein strebt- soviel wird deutlich im Buch, und das machte sie mir sehr sympathisch.

Wer Geschichtsnachhilfe braucht oder sucht, ist aber mit einem historischen Fachbuch sowieso besser beraten als mit einem historischen Roman, welcher bekanntermaßen künstlerische Freiheit in großem Umfang zulässt. (Benning verlagert so zb die Einweihung der ersten Bahnstrecke Russlands zeitlich vor)

Ich wollte aber kein geschichtlich wasserdichtes Buch, ich suchte Zerstreuung und Unterhaltung und habe nebenbei sogar noch geschichtliches erfahren (vieles war ja so wie im Roman und vieles gibt Einblick ins damalige Leben). Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen "durchgeschwartet"- habe es in jeder freien Minute in die Hand genommen.

Das was ich suchte fand ich, meine Erwartungen wurden sogar übertroffen und ich empfehle das Buch daher mit 5 Sternen.

2

Ich bewundere Autoren, die den Mut und die Gabe haben gute historische Romane zu schreiben. Obwohl sie sich natürlich künstlerische Freiheiten erlauben dürfen, erwarte ich, dass die historischen Persönlichkeiten genau und in ihrem Kontext beschrieben werden. Das ist in diesem Buch leider nicht so gelungen.

Das erste Kapitel begann verheissungsvoll mit der Erstürmung des Winterpalastes von Revolutionären die die Abdankung des Zaren forderten. Leider wurde weder etwas genauer auf die Vorgeschichte der Dekabristenverschwörung noch auf die enormen Folgen dieses Ereignisses im Dezember 1825 eingegangen. Im weiteren Text wurden die Aufständische nur noch nebenbei erwähnt. Wer nicht gerade fit in russischer Geschichte ist, aber Interesse an den Zusammenhängen hat, musste sich sein Wissen "ergooglen*.

Eine weitere verpasste Chance die Ereignisse dieser Zeit näher zu beschreiben, waren die Bestrebungen des Zaren geeignete Ehegatten für seine Kinder zu finden. Denn für Nikolaus - wie auch für jeden anderen Regenten - waren die angestrebten Hochzeiten Teil einer ausgeklügelten Bündnispolitik. Und gerade am Beispiel von Olgas "Dauerverlobten" Erzherzog Stephan hätte man die unterschiedlichen Interessen in Europa gut darstellen können.

Wenig zutreffend fand ich die Darstellung der Großfürstin, die ich in dem Buch ganz anders wahrgenommen habe als in den mir bekannten Quellen. "Meine" Olga hat schon als 5-jährige 3 Sprachen fliessend gesprochen, war intelligent und wurde wie ihre Geschwister umfassend gebildet. Sie wuchs zu einer selbstsicheren, liebenswürdigen jungen Frau heran die vielseitig interessiert war, angefangen von Architektur und Malerei, über Musik, bis hin zu Literatur und Theater. Ihr karitatives Engagement kam von Herzen und als Königin von Württemberg hat sie enorme Summen aus ihrem Privatvermögen verwendet um Behinderte, verwundete Soldaten und Kinder aus armen Familien zu unterstützen. Auch ihr politisches Verständnis und ihr Ehrgeiz auf diesem Gebiet waren so legendär, dass sie später selbst Bismarck tief beeindruckt hat.

In dem Roman wirkt Olga auf mich oftmals sehr flatterhaft und unbeständig. Die Schnelligkeit mit der sie sich ver- und wieder entliebt fand ich mehr als erstaunlich. Ihr ausgeprägter Sinn für das Schöngeistige kommt ziemlich zu kurz und auch ihr Einsatz für soziale Belange wirkt etwas inkonsequent.

Ich wollte mir gestern die verwendeten Quellen der Autorin anschauen um mir diese Diskrepanz erklären zu können. Leider konnte ich weder auf der Homepage des Buches, noch auf der Seite der Verfasserin fündig werden, deshalb bleibt es bei meinem Fazit:

Ein netter kurzweiliger Schmöker, aber als fundierter historischer Roman nicht gelungen.

5

 

Die Zarentochter – Petra-Durst Benning
 
Der Roman erzählt die Kinder-und Jugendjahre der Großfürstin Olga „Olly“,
zweite Tochter von Zar Nikolaus und Zarin Alexandra in der Zeit von 1825 –
1846.
 
Petra Durst-Benning lässt uns teilhaben am Alltag am Zarenhof und wir lernen
Der Kinder Mary, Olly, Adini, Sascha, Kosty kennen. Das strenge Reglement am
Zarenhof lässt den Kindern nicht viele Freiheiten, trotzdem versucht das Zarenpaar,
den Kindern eine möglichst normale Kindheit zu ermöglichen. Alle werden aber
auf Ihre zukünftigen Rollen als Ehefrauen von möglichst hochgeborenen und aus
gutem Hause stammenden Männern vorbereitet und die Jungen auf Ihre Laufbahn
als Zarewitsch.
Olly wird älter und verliebt sich, das aber der junge Mann überhaupt nicht standes-
gemäss ist, wird er sofort vom Zarenhof entfernt. Nicht anders ergeht es dem Zare-
witsch Sascha, auch dessen große Liebe –eine polnische Hofdame – muss gehen.
Nachdem die älteste Tochter Großfürstin Maria „Mary“ sich auch noch unstandes-
Gemäss verliebt und die Hochzeit mit Ihrem Max auch durchsetzt, ruhen nun die
Hoffnungen des Zaren auf Olly, die den Erzherzog Stephan von Österreich hei-
raten soll.
 
Aber Olly hat sich jedoch in den Bruder Ihrer besten Freundin verliebt, alles geheim
Natürlich. Nachdem eine Hofdame, die sich in diesen jungen Mann verliebt hat,
Olly bei Ihrem Bruder Sascha verrät, arrangiert dieser eine verfängliche Situation und
Olly erwischt ihren geliebten Alexander mit der besagten Hofdame. Tief enttäuscht zieht
Sich Olly zurück und nur Ihrer Hofdame und Freundin Anna gelingt es nach langen Be-
mühungen, sie wieder aufzurichten und Ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Olly ist eine
kluge, wunderschöne Frau geworden und möchte nun doch auch eine Familie gründen.
Die Verhandlungen mit Österreich ziehen sich nun schon ein paar Jahre dahin und
Olly hat noch nicht einmal Ihren zukünftigen Gemahl kennen gelernt. Sie begleitet
Ihre Mutter nach Palermo und dort lernt Sie dann Karl kennen, den Thronfolger des
Königs von Württemberg. Dieser ist ein schüchterner junger Mann, aber kann Olly
Mit seinen ungewöhnlichen Ideen für sich begeistern und so willigt sie gerne ein, als
Er sie bittet, seine Frau zu werden.
 
Der Roman endet mit der prunkvollen Hochzeit in Russland und mit der Ankunft des
Jungen Paares in Württemberg, der Neuen Heimat von Olly.
 
Petra Durst-Benning hat einen wunderschönen Roman über die Großfürstin Olga ge-
Schrieben und es fällt einem nicht schwer, sie lieb zu gewinnen. Besonders gefallen
Hat mir, dass Frau Durst-Benning alle Zarenkinder mit Kosenamen beschreibt, so
Wird man gleich vertrauter mit der Familie. Auch St. Petersburg, Zarskoje Selo, Peter-
Hof , die weißen Nächte, alles kann man sich sehr gut vorstellen. Sehr schön sind auch
Die Gedichte, die jedem neuen Teil vorangestellt sind. Ich habe jede Seite des Buches genossen und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.
 
Das Buch ist auch sehr schön aufgemacht mit einem wunderschönen blauen Schutz-
Umschlag und ich denke, dass das Frauenportrait Olly zeigt?
Also unbedingt lesen und ein paar Stunden den Alltag vergessen. 
4

Hätte ich dieses Buch in einem Regal einer Buchhandlung entdeckt, hätte ich es schon allein der gelungenen Aufmachung wegen  in die Hände genommen! Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte ist in einem leicht lesbaren Stil geschrieben, die geschichtliche Seite erdrückt nicht. Und man fiebert und leidet mit der Heldin, deren Schicksal aufgrund ihrer Geburt nicht in ihren eigenen Händen liegt. Vielleicht verläuft nicht alles nach dem Wunsch der Leserin, dennoch liest ma voller Erwartung bis zum Ende durch.

Wer keine historischen Romane mag, muss diesen vielleicht nicht unbedingt lesen - doch ich bin froh, es getan zu haben!

5

Olly ist die Tochter des Zaren Nikolaus des I und Alexandra. Zunächst wird klar, dass nicht alles so rosig um die Familie ist, da es einige gibt, die den Zaren nicht anerkennen wollen. Die eigentliche Handlung beginnt einige Jahre später. Olly versucht zusammen mit einem Freund, einem Fischerssohn ihren kleinen Bruder Kotsy wiederzufinden, der weggelaufen ist. Natürlich ist die Freundschaft zu diesem Jungen nicht erlaubt, aber dieses andere Leben übt eine große Faszination auf das junge Mädchen aus. Zusammen gelingt es ihnen Kotsy zu finden, doch ist er im Wasser, weshalb beide durchnässt nach Hause gehen. Kurz darauf erkrankt Olly und stirbt beinahe daran. Ihr Freund Mischa bleibt nicht verschont, anders als sie stirbt er jedoch daran, weil die Familie sich keinen Arzt leisten kann. Fortan ist Ollys Mitgefühl für die Armen geweckt und ihr Wunsch ist es diesen zu helfen.

Als nächstes wird ihre Gouvernante entlassen, was Olly schwer trifft und völlig verstockt und hartherzig werden lässt. Erst Anna, ihre neue Gouvernante schafft es durch ihr stetes Bemühen zu ihr durchzudringen und aus ihr ein ansehnliches Mädchen zu machen. So bleibt es nicht aus, dass Olly sich das erste Mal verliebt. Allerdings ist der junge Mann alles andere als von ihrem Stand und als der Zar von dieser Liebelei erfährt, wird er kurzerhand in weit weg in den Krieg geschickt. Der Plan geht auf und nach und nach entfremden sich die Beiden. Ganz anders ist es bei ihrer ältesten Schwester Mary. Auch sie verliebt sich in einen Mann unter ihrem Stand. Sie tritt jedoch in den Hungerstreik. Bald darauf hat der Zar ein Nachsehen und sie darf ihren Max heiraten. Jahre später ist sie allerdings nicht mehr allzu glücklich mit ihm.

Olly dagegen schöpft neue Hoffnung als ihr Bruder Sascha auf Brautschau fährt und dabei einen potenziellen Heiratskandidaten für sie findet. Stefan heißt er und ist der zukünftige Palat von Ungarn. Er wird ihr Verlobter, allerdings wird er dies jahrelang bleiben, ohne, dass sie ihn je zu Gesicht bekommt. Auch Sascha, der zukünftige Zar ist unglücklich in eine Zofe verliebt. Er hat ebenso kein Glück und seine Angebetete wird vom Hof verwiesen. Ihm bleibt nichts anderes übrig als seine Verlobte Cerise zu heiraten.

Die Zarentochter erfährt währenddessen ihre große Liebe. Er ist der Bruder von Cerise und heißt Alexander. Wieder ist er unter der Würde Ollys, doch sie lässt sich nicht daovn beirren und beide sind ein glückliches Paar, allerdings heimlich. Eine Zofe ist auch in Alexander verliebt und als die von der Liebschaft erfährt, erzählt sie alles Sascha. Der schmiedet einen Plan um seine Schwester mit Alexander auseinaderzubringen. Was ihm gelingt. Trotz seiner großen Liebe zu Olly küsst er die Zofe. Olly sieht dies mit an und trennt sich von ihm.

Jahre vergehen... Olly ist noch immer mit Stefan verlobt, doch dieser erfindet immer neue Ausreden um das erste Treffen hinauzuschieben. Es kommt zum Eklat und die Verlobung wird gelöst. Olly ist am Boden zerstört, doch da kommt der Thronfolger des Württembergischen Throns, Karl. Er ist schüchtern, unsicher und oft sehr pessimistisch. Dennoch mag sie ihn und nimmt seinen Antrag an. Ein letztes Mal versucht Alexander Ollys Liebe zurück zu gewinnen, vergebens. Olly heiratet Karl und zieht nach Württemberg.

Ich finde das Buch unglaublich spannend und wunderschön geschrieben. Ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Ab und an sind die Beschreibungen der Städte, Paläste und der Natur etwas ermüdend, aber ansonsten gelungen. Man kann gar nicht anders, als mit Olly mitzufiebern. Ich bin schon sehr gespannt wie es ihr in Würtemmberg ergeht, denn schon jetzt scheinen dunkle Wolken aufzuziehen. Außerdem denke ich, dass Alexander weiterhin um Olly kämpfen wird. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil.

4







Mein allererster Roman von Petra Durst-Benning und ich sage gleich dazu: bestimmt nicht mein letzter. So möchte ich persönlich doch gerne Geschichte erzählt bekommen. Während des Lesens hatte ich tatsächlich immer das Gefühl, die Geschichte mit zu erleben, mittendrin zu sein. Toll!

Worum geht es?

Teile des Lebens von Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), zweite Tochter Nikolaus I. werden erzählt. Es soll nächstes Jahr zum Glück noch ein Folgeband erscheinen.Schon früh muß Olga, von ihrer Familie liebevoll Olly genannt, einiges an Härten durchleben, die in starken Kontrast zum prunkvollen Leben der reichen Zarenfamilie stehen. Kontakt zum eigentlichen russischen Volk ist nicht gern gesehen und selbst wenn hindert nicht nur die Tatsache, dass niemand aus der Familie überhaupt Russisch kann, denn man spricht oder besser parliert, wie damals üblich, Französisch, am Verständnis für die Probleme und Sorgen der Untertanen.

Zar Nikolaus Streben ist aufs Ansehen im Ausland und die zu knüpfenden Verbindungen – vorzugsweise durch geschicktes Verheiraten seiner Kinder – gerichtet und auf die Erhaltung und Ausweitung der Macht der Romanows.

Mutter Alexandra kümmert sich zwar oberflächlich manchmal um die Armen und gefällt sich in der Rolle der mildtätigen Gönnerin, aber auch sie kann die tief- und feinsinnigere Olly nicht verstehen, geschweige denn fördern.

Frühe Kindheitserlebnisse prägen alle Kinder der Romanows, aber einzig Olly besitzt die notwendige Seelenstärke und Charakter, um z.B. an solchen Tatsachen, dass ihr erster kleiner Freund Mischa, Sohn der armen Bootsmann-Familie, an einer Lungenentzündung stirbt, weil die Familie sich einen Arzt oder Medikamente einfach nicht leisten kann, nicht bitter zu werden oder zu zerbrechen. Einige Menschen wie ihre Gouvernante und Freundin Anna, die ihr klar macht, dass sie im Grunde nur durch eigenes Erreichen einer Machtposition effektiv den Armen wirklich helfen kann und wohl auch nicht zuletzt ihre Mineraliensammlung, die sie schon frühzeitig begann, werden ihr dabei geholfen haben, ihren Weg durch das Heiratskarussell, das einem irrwitzigen und peinlichem Menschen-Basar nicht unähnlich war, zu finden.

Absolut lesenswert. Bin gespannt auf den Folgeband über die reifere Olga von Württemberg.

 

4

zuerst einmal: die aufmachung des buches verdient volle punktzahl. das buch lädt zum lesen ein. wenn man historische liebesromane mag, kommt man nicht um dieses buch herum.

erzählt wird die geschichte von olga, der 2. tochter des russischen zaren nikolaus I.  sie wächst mit ihren geschwistern wohl behütet auf. doch für olly ist es ein goldener käfig. ihr vater will, um russlands macht zu stärken, seine kinder politisch klug verheiraten und nicht auf gefühle rücksicht nehmen. das passt olly gar nicht. immer wieder bricht sie aus und lässt sich von ihrem herzen bei der wahl eines möglichen ehemannes leiten. und am ende soll ihr herz auch gewinnen :-)

wer einen geschichtsträchtigen roman erwartet, wird sicher enttäuscht sein. es ist ein liebesroman mit leicht verständlichen geschichtsfakten.

der schreibstil von petra durst-benning ist locker, leicht verständlich, wird nicht langatmig und ich habe das buch in 2 tagen durch gelesen. sie lässt einen mit den hauptfiguren lachen und leiden, hofft und bangt mit ihnen, erlebt st. petersburg am anfang des 19.jahrhunderts, als ob man mittendrin ist.

alles in allem ein lesenswertes buch, man ist gespannt auf die fortsetzung, wie es olga als verheiratete frau in deutschland ergehen wird.

Petra Durst-Benning hat sich bereits mit mehreren historischen Romanen einen Namen gemacht. Die Liebe hat in allen eine Rolle gespielt, aber auch die Hintergründe der geschilderten Zeit. In ihrem neuen Roman widmet sie sich Olga Nikolajewna Romanova, der zweiten Tochter des russischen Zaren Nikolaus I., die später an den württembergischen Hof heiratet. Der erste Band liegt hiermit vor und beschäftigt sich mit Olgas Kindheit und Jugend und ihrem Leben am russischen Hof. Der zweite Band wird am Ende dieses Buches angekündigt.

Der Leser kann sich schnell ein Bild vom russischen Hof des 19. Jahrhunderts machen. Da die junge Olga und ihre Geschwister im Mittelpunkt stehen, geht es neben ein wenig (russischer und Welt-) Geschichte vor allem darum, den Zarewitsch und die Töchter des Zaren „politisch klug zu verheiraten“, wie es der Klappentext ankündigt. Dabei wird ausführlich der Heiratsmarkt beschrieben, dem die Zarenkinder unterworfen werden und dem jedes der Kinder auf seine Art begegnet. Olly scheint dem durch eine glückliche Fügung zu entgehen, doch ach, der Schein trügt…

Der Roman bleibt vorwiegend ein historischer Liebesroman, die gesellschaftskritischen Ansätze, die in der Leseprobe auch eine Rolle spielen (die Armut der Angestellten), bleiben eher Randbemerkungen. Schade, hier hätte es viel mehr Potential gegeben. Spannend bleibt die Frage, ob sich die Fortsetzung mehr „den Armen und Schwachen“ widmet, einem Traum, den Olga mit ihrem frischgebackenen Ehemann, dem künftigen König von Württemberg teilt.

Der Klappentext hat dieses Buch angekündigt als „Roman über die Liebe und das Leben – und über eine junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Glück findet“. Dieses Versprechen hat Petra Durst-Benning eingehalten. Passend dazu zeigt sich das Cover in lila mit einer prachtvoll gekleideten jungen Frau, während die Buchdeckel sich in Rosa zeigen – als Liebesroman schnell zu erkennen. 

Fazit: Ein wunderschöner historischer Liebesroman mit leichten gesellschaftskritischen Ansätzen, die allerdings eher zu Randbemerkungen werden. Das Buch liest sich leicht, und trotz mancher Längen möchte man es kaum aus der Hand legen. Dem Leser fällt es leicht, sich an den Hof des Zarenkönigs und in das Leben der Zarentochter in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts versetzen.

4

Zum Inhalt:

St. Petersburg/Russland im Jahre 1825: Der amtierende Machthaber Zar Nikolaus wird gezwungen, die Machtverhältnisse in Bezug auf Freiheit und Demokratie zu klären und den Thron für Konstantin, seinem Bruder zu räumen. Russland befindet sich in Zeiten der Rebellion und Revolution in denen nichts wichtiger ist, seine Macht und politischen Verbindungen zu festigen und auszubauen. Zar Nikolaus verfolgt seine Ziele und will seinen eingeschlagenen Weg weiter gehen, auch auf die Gefahr hin, seine Familie Bedrohungen auszusetzen.

8 Jahre später. Die Lage in Russland ist nach wie folgt angespannt. Die 3 Töchter des Zaren, Olga (genannt Olly) und Alexandra (genannt Adini) die jüngste möchten noch nichts wissen von den Machtspielen und politischen Ränken. Zumindest Olly und Adini genießen ihre Kindheit spielerisch. Mary, die älteste Schwester der beiden hingegen kann es kaum erwarten in die Gesellschaft eingeführt und eine große Dame wie ihre Mutter, Zarin Alexandra zu werden.

Die kleine Olly, unscheinbar und schüchtern, steht seit jeher im Schatten ihrer großen Schwester. Wie Mary sehr auf ihr Äußeres und teilweise sehr oberflächlich in ihrer Art ist, so ist Olly jedoch bereits in Kindertagen sehr tiefgründig und voller Seele und Charakter. Ihr Ziel ist es, den Armen und Kranken zu helfen und somit Russland ein bisschen "besser" zu machen. Doch Olly macht die Rechnung ohne ihre Eltern und der Gesellschaft zur damaligen Zeit. Mit Hilfe ihrer Gouvernante Anna soll Olly in die Gesellschaft eingeführt werden und zu nutzen der politischen Machtverbindungen in ein großes Herrscherhaus einheiraten. Olly wehrt sich zunächst mit Händen und Füßen, muss sich jedoch letztendlich von Anna überzeugen lassen, dass es für ihre Lebensziele unablässlich ist, einen einflussreichen Ehemann an ihrer Seite zu haben.

Eine Bräutigamschau sondersgleichen beginnt.. Das arme Mädchen wird teilweise wie Ware feilgeboten und doch verschenkt sie ihr Herz zunächst nur an Kandidaten, die so gar nicht in das Bild des Bräutigams für ihre Zareneltern passt. Olly verliert zeitweise den Lebensmut, versucht aber immer wieder ihren Weg weiter zu gehen und alle Stolpersteine, die ihr in den Weg gelegt werden aus dem Weg zu räumen und außerdem ihrer Rolle als "behütete Prinzessin" zu entfliehen.

Meine Meinung:

Ich mag historische Romane und habe mich sehr auf "Die Zarentochter" gefreut. Ich wurde nicht enttäuscht. Zwar nicht wirklich tiefgründig jedoch trotzdem sehr schön und anschaulich geschrieben habe ich manch mitfühlende Stunde zusammen mit Olly und der Zarenfamilie verbracht und sie durch halb Europa begleitet. Olly wird eine liebgewonnene Person. Petra Durst-Benning bringt einem die damalige Zeit wirklich sehr schön nahe, obwohl sie in ihren Ausführungen leider nur sehr allgemein bleibt und wahrscheinlich nur an der Oberfläche der Zarenzeit bleibt.

Ich empfehle das Buch gerne weiter und hoffe auf Neuigkeiten der Großfürstin Olga.

4 Punkte

 

5

Petra Durst-Benning begann in den 1990er Jahren mit dem Schreiben von historischen Romanen und hat auch schon mehrere veröffentlicht. Sie lebt südlich von Stuttgart.

Erzählt wird die Lebensgeschichte von Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), vielen auch bekannt als Königin Olga von Württemberg. Der Roman beginnt am Zarenhof, die junge Olga - auch liebevoll von ihrer Familie Olly genannt - wächst dort behütet aber in einem goldenen Käfig auf. Olga kann immer wieder aus diesem goldenen Käfig ausbrechen und bringt sich dadurch auch oft in Schwierigkeiten. Sie findet die Liebe und muss sie auch wieder aufgeben, bis sie dann schließlich  Karl von Württemberg kennen und lieben lernt.

Petra Durst-Benning beschreibt in diesem Roman - wohlgemerkt es handelt sich nicht um eine Biografie - das Leben von Olga Nikolajewna Romanowa, wie es hätte sein können. Der Leser erfährt so einiges über Russland und wie es am Zarenhof zuging. Die Autorin erschafft vor unseren Augen das Bild einer Frau, die hochwohlgeboren ist aber trotzdem nicht alle Freiheiten hat; die leiden kann und sich auch freuen; die großherzig und mildtätig ist und Menschen liebt und ihr Lebensmotto "Lachen um nicht zu weinen" lebt. Petra Durst-Benning hat mit diesem Roman Olga von Württemberg ein würdiges Denkmal gesetzt und hat sich recht genau an die historischen Fakten gehalten - die wenigen Ausnahmen erwähnt die Autorin sogar im Anhang.

Petra Durst-Benning versteht es, den Leser zu fesseln. Manch einer könnte denken, dass ein Roman über eine Person, die tatsächlich gelebt hat, eher trocken und langweilig wird. "Die Zarentochter" ist ein Beweis dafür, dass das nicht so sein muss.

Das einzig Negative, was ich über dieses Buch sagen kann, ist, dass die Fortsetzung wohl leider erst im September 2010 erscheinen wird. Ich warte schon sehnsüchtig darauf.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle, die sich gerne auf das Abenteuer "Zarenhof" einlassen möchten.

4

Der historische Roman handelt von der Zarentochter Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892), im Buch genannt Olly. Sie wird als zweite Tochter von Zar Nikolaus I geboren und schon früh auf ihre Rolle als Ehefrau, Landesmutter und zukünftige Regentin vorbereitet. Der Zar möchte seine Töchter politisch klug verheiraten, daher sind Gefühle wie Liebe immer dem Wohl von Russland untergeordnet. Olga lebt somit in einem goldenen Käfig und ist dem adligen Heiratsmarkt ausgeliefert. Olga erweist sich zunächst nicht als der hübsch anzusehende Schmetterling wie erwartet, erst als der Vater ihr die kluge Anna zur Seite stellt, ändert sich das Bild. Anna hört sich die Träume der jungen Frau an, erfährt von deren Sehnsucht die Not der Armen mildern zu wollen, und macht ihr klar, dass nur Geld und Macht sie an dieses Ziel bringen. Das hübsche Mädchen aus hohem Hause bleibt natürlich nicht unbeachtet. Verehrer und Heiratskanditaten finden sich ein, doch Olgas Liebe gilt dem nicht standesgemäßen Alexander. Eine Intrige wird das kurze Glück schnell beenden. Durch eine jahrelange Verlobung mit dem ungarischen Palatin Stephan fliessen die Jahre dahin. Olga erfährt Schmerz, Verzweiflung. Hinter ihrem Rücken wird bereits gelästert und man stempelt sie als alte Jungfer ab. Bis endlich Karl, der Sohn von König Wilhelm I. von Württemberg um ihre Hand anhält.

Petra Durst-Benning beschreibt einfühlsam die Jugend der Olga Nikolajewna Romanowa,deren Glücksgefühle, aber auch die vielen Rückschläge bis zur Braut. Sehr romantisch und leicht zu lesen. Eindringlich beschreibt sie den komplizierten Heiratsmarkt und wie beschämend die jungen Frauen als Ware gehandelt werden. Die historische Fakten werden wohl verpackt und Olga wird schnell in die Herzen geschlossen.

Mir wäre es ehrlich gesagt lieber gewesen ihr gesamtes Leben in einem Buch vorzufinden. So ist das Buch eher als historischer Liebesroman zu werten. Da jedoch sehr spannend und unterhaltsam, kann ich die 4 Sterne unbedenklich vergeben. Der Fortsetzung sehe ich erwartungsvoll entgegen.

4

Inhalt:

"Die Zarentochter" widmet sich dem ersten Lebensdrittel von Olga Nikolajewna Romanowa, Tochter des Zaren Nikolaus I. und seiner Frau Alexandra. Von Kindheit an wurde Olga, im Familienkreis Olly genannt, dazu erzogen einmal einen Herrscher zu heiraten und an seiner Seite zum Wohle Russland beizutragen. Als drittes von sieben Kindern hatte sie ebenso wie ihre Geschwister eine eigene Erzieherin und glänzte schon von Kindheit an mit ihrer Auffassungsgabe und ihrem Lerneifer. Ihr Ziel ist es jedoch nicht nur zu repräsentieren, sondern aktiv für die Verbesserung der Lebensumstände der Armen und Kranken einzutreten. Überzeugt davon, dass ihr nur eine lukrative Heirat dies ermöglichen wird, begibt sich Olly auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten, was sich als gar nicht so einfach erweist, wenn man die Tochter des Zaren von Russland ist ...

Meine Meinung:

"Die Zarentochter" von Petra Durst-Benning hat mir gut gefallen. Allzu viel Anspruch darf man hier jedoch nicht erwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin und obwohl historische Tatsachen das Gerüst bilden, ist dies doch vor allem ein echter Schmachtfetzen. Die Geschichte der Zarentochter Olga und ihrer Geschwister bietet so manchen Einblick in das Leben im aristokratischen St. Petersburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Probleme den richtigen Ehepartner zu finden, die gesundheitlichen Gefahren der Zeit und die Einsamkeit die ein goldener Käfig mit sich bringen kann, hat die Autorin gut übermittelt. Politik wird am Rande erwähnt, das einfache Volk in Nebensätzen abgespeist. Auch wenn Olga anders als die übrigen Familienmitglieder durchaus am Wohl der Armen und Kranken gelegen ist, so mangelt es ihr doch einfach an Gelegenheiten den Kontakt zu suchen. Größtenteils widmet sich "Die Zarentochter" Olgas Gefühlsleben, ihrer Verliebtheit, ihren Enttäuschungen und ihrer Position innerhalb der Familie.

Dankbar bin ich der Autorin für das Nachwort, da ich einige Sachen wie beispielsweise die Kosenamen innerhalb der Zarenfamilie sonst als unnötige Freiheit der Autorin abgetan hätte. Scheinbar entspringen diese Angaben jedoch der Biographie der Zarentochter Olga, was ich für eine wichtige Information halte.

Zu dem etwas schmalzigen Ersteindruck trägt leider auch das Titelcover in lila und der Bucheinband in rosa bei. Damit bekommt das Buch bei mir schon direkt in der Buchhandlung einen Stempel aufgedrückt, der männliche Leser abschrecken wird. Da es sich um ein Buch handelt, das auf historischen Tatsachen beruht, wäre das meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Angekündigt wird zum Ende des Romans auch bereits der Nachfolgeband. Gespannt bin ich auf dieses Buch jetzt schon, da es sich sicherlich dem meiner Meinung nach interessanten Teil in der Biographie der Zarentochter Olga widmen wird, ihrem Werdegang zur sozialen Patronin Württembergs.

Fazit:

Informativ und bewegend, aber ohne viel Tiefgang.

4

Schon im Prolog wird die schwierige Lage in Russland im angehenden 19. Jahrhundert beschrieben. Hautnah müssen die drei Zarenkinder miterleben wie ihr Vater, Zar Nikolaus I, von Offizieren bedroht wird. Schwerter werden gezogen, es ist von Revolution die Rede. Allein das Auftauchen der Garde sorgt dafür, dass die Lage nicht eskaliert.

Der Roman wird aus der Sicht Olga Nikolajewna Romanowas, liebevoll Olly genannt, geschildert. Die Handlung dreht sich um die Kindheit und Jugend der Zarentochter im Kreise ihrer Familie. Ollys Erziehung und die ihrer Schwestern ist darauf ausgerichtet, in andere Herrscherhäuser einzuheiraten um so die Macht Russlands zu erweitern und zu festigen. Das Leben im "goldenen Käfig" ist geprägt von gesellschaftlichen Zwängen, in der Nähe der Mädchen ist immer eine Gouvernante um aufzupassen. Wie froh sind die Zarentöchter, wenn sie dem Zwang mal entweichen können.

Im Gegensatz zu ihren Schwestern fallen Olly auch schon früh die sozialen Unterschiede in Russland auf. Auf der einen Seite die Adligen, die in prachtvollen Palästen leben und sich mit Festen vergnügen, auf der anderen Seite die Bauern, größtenteils Leibeigene, die mit dem Essen sparsam umgehen müssen und keinerlei Möglichkeiten haben einen Arzt im Notfall zu rufen. Dies führt dazu, dass Olly in der Hoffnung lebt, sich als verheiratete Frau für die Armen engagieren zu können. Bis zur Heirat ist es jedoch ein langer Weg. Begleitet von romantischen Jungmädchenträumen und immer auf der Suche nach der großen Liebe muss sie neben den Gesellschaftszwängen, die Rivalitäten ihrer Schwestern überstehen. Schließlich verliebt sie sich unstandesgemäß. Diese Liebe wird jedoch durch Intrigen unterbunden.

Als sie schließlich Karl, dem Kronprinzen von Württemberg, begegnet, glaubt sie die große Liebe gefunden zu haben, auch wenn ihr Schwiegervater ein sehr schwieriger Mensch zu sein scheint. Der Roman endet mit Ollys Einzug in Stuttgart, wo sie die Herzen der Bevölkerung erobert.

In diesem Roman handelt es sich m.E. um einen historischen Liebesroman. So vielversprechend die Spannung im Prolog aufgebaut wird, so unspektakulär setzt sich die Handlung ohne große Höhen und Tiefen fort. Das Leben im Palast und überhaupt das Leben der Zarenfamilie scheint nicht sonderlich aufregend zu sein. Der Roman ist an manchen Stellen etwas langatmig, lässt sich aber trotzdem sehr gut lesen. Einmal angefangen, möchte man das Buch nicht mehr weglegen. Ich hoffe, dass die angekündigte Fortsetzung sich auch so gut lesen lässt und freue mich schon darauf.

 Die Geschichte beginnt mit der Ernnenung Zarewitsch Nikolaus zum neuen Kaiser, da sein Bruder der Zar Alexander verstirbt.
Nun muss sich dieser in die neuen Herausforderungen hineinbegeben, welches seine Kinder ein wenig zu überfordern scheint.

Denn die beiden Söhne Alexander und Kostya müssen den ganzen Tag mit Schularbeiten verbringen und die drei Töchter Mary,Olly udn Adini haben sich gesellschaftlich anzupassen und machtvolle und reiche Bräutigamme zu finden.
Die eigentliche Geschichte dreht sich um das Leben der Großfürtin Olga, auch Olly genannt.
Während ihre ältere Schwester in die Gesellschaft eingeführt wird, teure Kleider und Accesoirs zu ihrem Lebensinhalt ernennt, von einem Ball zum anderen geleitet wird, sieht Olly die Armut und Hilflosigkeit als ihre Aufgabe an.

Nach dem Ihr auch noch ihre geliebte Gouvernante genommen wird, kann nur noch ihre neue Hofdame Anna und ihre beste Freundin Maria ihr zu neuem Lbensmut verhelfen.

Sie lernt einen Soldaten der Zarischen Armee kennen und verliebt sich in ihn.
Nun beginnt der goldene Käfig sich zu schließen, denn die Töchter sollen politisch erfolgreich verheiratet werden.
Nachdem auch Mary anfängt die Liebe zu entdecken beginnt ein machtkampf zwischen Liebe und Pflicht.

Als ich das Buch betrachtet habe, hatte ich es mir nicht so spannend vorgestellt.
Olly ist eine Grosfürstin die sich um die Menschen in ihrem Land kümmern möchte udn die Augen auch nicht vor den schlechten Dingen verschließen möchte.
Dadurch werden sehr viele Gefühle mit den Zeilen des Buches mitgetragen.
Das Leben in Russland wird etwas zu verschönt dargestellt, jedoch fühlt an sich beim Lesen in den Zarenhof versetzt.
Ich würde das Buch weiterempfehlen.

Die Fortsetzung wird hoffentlich genauso gut.

 

4

"Die Zarentochter" erzählt aus dem Leben der Olga Nikolajewna Romanowa (1822 - 1892) von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit mit Karl von Württemberg und der Übersiedelung nach Stuttgart im Jahre 1846.

Olga, genannt Olly, wächst in einer für eine Familie des Hochadels erstaunlich familiären Atmosphäre auf, besonders zu ihren Schwestern Mary und Adini und zu ihrem älteren Bruder Sascha hat sie eine enge Beziehung. Obwohl alle Kinder Gouvernanten/Hauslehrer haben, ist auch der Kontakt zu den Eltern, Zar Nikolaus und Zarin Alexandra regelmäßig gegeben. Olly könnte eigentlich glücklich sein, aber es gibt zwei "Probleme" in ihrem Leben: Ihr goldener Käfig und ihre Privilegien erfüllen sie nicht, sie ist sozial engagiert und möchte gern den Ärmsten der Armen helfen. Das ist in ihrer Position gar nicht so einfach, da sie nicht über den nötigen Einfluss verfügt. Als Ehefrau eines Herrschers hätte sie ganz andere Möglichkeiten...und damit ist man schon beim zweiten und beherrschenden Problemfeld angelangt. So liebevoll ihre Eltern auch sind, bestehen sie doch auf standesgemäßen Ehepartnern für ihre Kinder. Liebe spielt eine untergeordnete Rolle, allein das Wohl Russlands ist von Bedeutung. Im Mittelpunkt des Romans steht dabei das sogenannte Heiratskarussell, der Leser erlebt Liebe, Leid und (meist) standesgemäße Eheschließungen im Hause Romanow mit und empfindet unwillkürlich Mitleid mit den Zarenkindern, die bei der Partnerwahl nur eingeschränkte Mitspracherecht haben.

Das Buch ist sehr flüssig und unterhaltsam geschrieben, stellenweise ist es außerdem sehr humorvoll, besonders dann, wenn Olly sich alle Mühe gibt, sich bei einem ihr nicht genehmen möglichen Heiratskandidaten unbeliebt zu machen.

Soweit ich es im Internet recherchieren konnte, hat die Autorin sich auch weitgehend an die historischen Fakten gehalten, einige Änderungen ihrerseits werden in den Anmerkungen erläutert. Ein ausführlicheres Nachwort hätte allerdings auch nicht geschadet.

Das Buch schließt mit dem Hinweis auf den Folgeband, der von Ollys Leben als Königin Württembergs erzählt und leider erst im September 2010 erscheinen wird. Da ich dieses Buch sehr gern gelesen habe, werde ich mir auch den Folgeband nicht entgehen lassen.

2

Die Autorin hat ein sehr interessantes Thema gewählt:
Das Leben einer russischen Zarentochter. Ich habe meine Wurzeln selbst in Russland und interessierte mich schon vor dem Lesen dieses Romans sehr für das Leben des letzten Zaren und seiner Familie, habe vor Jahren schon privat recherchiert und Referate in meinem Geschichte-Leistungskurs über dieses Thema gehalten.

Dementsprechend war ich wahrscheinlich schon etwas 'voreingenommen', was diesen Roman angeht. :) Aber interessiert war ich sehr.

Vielleicht lag es ja an diesen hohen Ansprüchen, dass mich der Roman eher enttäuscht hat.

Er hatte zwar einen sehr guten Lesefluss drin - man hat die mehr als 400 Seiten innerhalb von wenigen Tagen ausgelesen gehabt - aber nicht, weil ich vor Interesse darauf brannte, wie es weitergeht.

Die ganze Geschichte war für mich sehr oberflächlich angelegt:
Das Karussell drehte sich immer wieder von Neuem um Ehemänner - sehr anspruchsvolle, 'gute' Partien natürlich! - um schöne Kleider, hübsche Frisuren und Perlenketten. Wenn jetzt ein Kontrast da gewesen wäre, der sich gegen diesen goldenen Käfig aufgelehnt hätte, wäre es sicher ein spannender Handlungsverlauf geworden. Aber die Charaktere waren für mich auch nur oberflächlich angelegt gewesen, keine Romanfiguren, die im Gedächtnis bleiben. Zwar wurde jeder von ihnen eine bestimmte Eigenschaft zugeordnet - so war Mary z.B. die etwas launische, rauere Älteste, Adini das zarte, junge Küken ... etc. - aber nichts, das wirklich im Kopf hängen bleibt.

Insgesamt war ich deswegen eher enttäuscht. Der Roman war okay, man konnte ihn in einem Zug durchlesen, aber für mich ist es kein Buch, das ich auch noch ein zweites, drittes, viertes, fünftes Mal aus dem Regal hole.

Für mich ist die wirkliche Geschichte der letzten Zarenfamilie um einiges spannender.

5

Das schöne Cover der gebundenen Ausgabe, mit dem hübschen Frontpapier in Händen zu halten macht einen schon Lust, das Buch aufzuschlagen und zu lesen.

Die schönen Gedichte am anfang jedes Teils runden die Erscheinung der "Zarentochter" perfekt ab.

Nun zum Inhalt: Das Lesen dieses Buches ist wie eine Zeitresie in die Jahre 1833-46. Der Prolog, der aus Ollys Kindheit erzählt ist eine tolle Einführung in den Roman. Petra Durst-Benning schreibt mit so viel lebendigkeit, das man sich zwischen die Seiten gezaubert fühlt und besonders Olly macht es einen leicht sich in sie hinein zu versetzen. Die ganzen 420 Seiten lang lebt, leidet und liebt man mit ihr. Das anfangs sturre Kind, das sich mit ihrem goldenen Käfig lange nicht zufrieden gibt, ihre erste Liebe und wie sie zu einer intelligenten, hübschen, jungen Dame heranwächst, das alles hat man beim lesen bildlich vor sich. Doch auch die herzliche und alltägliche Beziehung zu ihren älteren Gschwistern Sascha und Mary wird wunderbar beschrieben. Etwas schade ist, das ihre jüngeren Familienmitglieder fast gänzlich untergehen und man so gut wie nichts über sie erfährt.

An manchen Stellen meint es das Schicksal wirklich nicht gut mit Olly und man leidet mit ihr und wünscht ihr, das sie doch endlich jemanden findet dem sie ihr Herz schenknen kann ohne das es zerbrochen wird.

"Nur wer auch den Schatten kennt, weiß auch die Sonne zu schätzen!" - Dieser Satz aus dem Buch hat mir besonders gut gefallen, und so geht auch Olly am Ende den richtigen Weg.

 

Das Buch wird durch Petra Durst-Benninger's einmaligen Schreibstil abgerundet. Der einen förmlich in die Geschichte hineinzieht und erst wieder loslässt wenn auch die letzte Seite gelesen ist.

Wie ein Schwamm habe ich die geschichtlichen Informationen aufgesogen. Ein historischer Roman verpackt in einer romantischen Liebesgeschichte vor der zauberhaften Kulisse St.Petersburg.

Was kann es schöneres geben? Für mich im Moment nichts, und deshalb warte ich Sehnsüchtig auf die Fortsetzung im Septerm 2010.

2

Diese Geschichte spielt im Zarenreich Russland im Zeitraum von 1833-1846, mit einem kurzen Prolog aus dem Jahre 1825. Es geht dabei hauptsächlich um Olga, die zweitälteste Tochter. Laut Cover -das nebenbei bemerkt grausamst kitschig daherkommt, aber im Nachhinein gesehen gerade deshalb wohl bestens zu der Story passt- soll es sich um einen "Historischen Roman" handeln, von dem ich mir mehr versprochen habe. Eher würde die Bezeichnung "Liebesroman mit historischem Hintergrund" passen.

Leider erfährt man nur sehr wenig über eigentlich fast alles: Weder das privilegierte Leben am Hof, noch das ärmliche auf dem Land, weder Olga noch ihre Geschwister und andere Protagonisten, weder die Landschaftsbeschreibungen noch die Dialoge haben Tiefe:

Da wäre zum Beispiel Olly (Allein diese Namen! Laut Anhang sind sie zwar wohl historisch belegt, dennoch rufen sie beim Leser den Eindruck hervor, die Autorin habe diese gewählt, um den Text für die Allgemeinheit leichter verständlich zu machen...), die den Armen Gutes tun will. Davon erfährt der Leser aber nur zu Beginn und dann am Ende hat es Olly wohl fast selbst vergessen, als ihr Mann ihr nämlich zum Hochzeitsgeschenk macht, dass alle Armen ein Glas Rotwein und deren Kinder eine Brezel bekommen sollen, fragt sie sich, warum ihr das selbst nicht eingefallen wäre? Hmm, was sagt man dazu?

Oder von Mary, die anfangs noch das verwöhnte Mädchen war, das ihren Willen durchsetzen will (da hatte sie wenigstens noch Tiefe, wenn auch zum Teil verabscheuungswürdige), hört/liest man später nichts mehr als dass sie ihren Max und ein paar Kinder bekam...

Oder Adini. Ist schon in jungen Jahren kränklich, ist eigentlich immer lieb, schnappt dann aber Olga einen Mann vor der Nase weg und stirbt kurz darauf. Und wird noch einmal kurz vor Ende knapp erwähnt.

Oder Iwan und Alexander! Sobald sie aus Olgas Dunstkreis verschwunden waren (beide zum Militär zwangsverfrachtet), hört man so gut wie gar nichts mehr von ihnen. Da hätte ich von einem historischen Roman doch wenigstens eine halbwegs detailgetreue Schilderung von den Handlungen im Kaukasus erwartet! Oder zumindest, weil Militär vielleicht viele doch eher abschreckt, was die entsprechenden Herren dabei gefühlt und gedacht haben, hätte erwähnt werden müssen.

Überhaupt erfährt man recht wenig über die Gefühle und Motivationen der einzelnen.

Es spielt sich einfach alles nur um Olga ab, was ja nicht weiter schlimm wäre, wenn da wenigstens Charaktertiefe vorhanden wäre. Aber an irgendeinem Punkt wurde es dann nur noch zum "Hochzeitskarussell". Hauptsache Olly bekommt noch einen Mann ab. Und als sie ihn dann hat, hört das Buch auf! Aber nicht ohne den Hinweis, dass nächstes Jahr eine Fortsetzung erscheint! Da drängt sich doch der Verdacht auf, das dieses hier mit Absicht in die Länge gezogen wurde, damit genug Stoff für Teil 2 bleibt.

Zwei Sterne bekommt es trotzdem, weil es sehr flüssig und ansprechend geschrieben ist, auch Spannung ist durchaus vorhanden, ich habe es nicht gerne aus der Hand gelegt. Für ein paar nette Stunden ist es gut geeignet, wer mehr Tiefgang sucht, ist hier allerdings verkehrt. Da fehlt einfach zu viel.

die Waldmeisterin

5

Olga Nikolajewna Romanowa, die zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus dem Ersten, ist eine interessante historische Gestalt. In dem Roman, der großteils historisch korrekt erzählt wird, ist Olga, liebevoll Olly genannt ,eine willenstarke junge Frau die schon sehr bald sich von der oberflächlichen adligen Gesellschaft abhebt. Obwohl sie sich den Wünschen ihrer Eltern unterwirft, gibt es doch zeitweilige Rebellionen. So erwachte der Wunsch ärmeren Menschen zu helfen bereits in der Kindheit und bleibt ein ständiger Begleiter. Olly kann zwar nicht alles umsetzen was sie sich vornimmt, doch nimmt sie auch als Erwachsenen regen Anteil an der bürgerlichen und ärmeren Gesellschaftschicht.

Der Roman beginnt mit der frühen Kindheit von Olly und endet mit ihrer Hochzeit und der Ankunft in Stuttgart. Dazwischen liegen viele spannende Momente. Nicht nur Olly selbst auch ihre Geschwister und vor allem ihre Erzieherin Anna werden liebevoll beschrieben.Ein großer Teil des Romans ist den Verwicklungen der Heiratspolitik gewidmet. Doch ist dies kein typischer Liebesroman.  Der Schreibstil ist angenehm zum Lesen und obwohl ich mir manchmal etwas mehr Tiefe gewünscht hätte, ist dies wohl der historischen Genauigkeit geopfert worden. Was ich besonders ansprechend fand, waren die vielen kleinen Details des Alltags der adeligen Gesellschaft. Olly selbst fand ich symphatisch auch wenn ich manches Verhalten von ihr ermüdend fand. Damals waren eben ganz andere Zeiten und der Stand der Frau ebenso. So ist es verständlich das der eine oder andere Satz doch für heutige Frauen unvorstellbar war. Aber dies macht eben den Reiz guter recherierter historischer Romane aus. Man taucht in vergangene Zeiten ein. Das der Alltag und das Verhalten der Menschen eben auch anders als heute ist, macht für mich diese Romane so spannend.

Besonders schön fand ich die hochwertige Aufmachung des Romans. Das Cover ist ansprechend und das Vorsatzpapier weist ein wunderschönes Muster auf. Fehlt eigendlich nur ein Lesebändchen.

Die Autorin arbeitet bereits an der Fortsetzung. Das Buch hat aber einen gelungenen Schluß und kann auch als Einzelband gut im Regal stehen. Ich persönlich werde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen und freue mich auf weitere Werke dieser Autorin.

Kommentare

Registrieren
& Leseeindruck
beschreiben

So funktioniert's:

  1. Leseprobe zum Buch runterladen & reinlesen
  2. Registrieren & ersten Leseeindruck verfassen
  3. Als Kritiker gratis Vorab-Exemplare erhalten
  4. Regelmäßig veröffentlichen & Top-Kritiker werden