Jetzt online: unsere neuen Subchannelseiten Historead und Spirit

Rezensionen

Hier finden Sie alle Rezensionen zum Buch nach Erstellungsdatum sortiert.

1

Man braucht für dieses Buch schon einen langen Atem, um einen für die Kriminalliteratur typischen Spannungsbogen zu erleben. Dabei erfüllt der Einstieg, mit dem Christian Mähr sein Buch beginnt, die besten Voraussetzungen für das Genre, in dem Geschichten aus einem außergewöhnlichen Vorfall entwickelt werden.
Mir war das Buch einfach zu langatmig und mehr Spannung sollte sein, ich möchte halt nicht dabei einschlafen

2

Christian Mähr hat mit seinem Roman "Alles Fleisch ist Gras" eine sehr heikle Thematik auf den Tisch gebracht. Die Mitglieder des Femengerichts wollen mit Hilfe der Abwasserreinigungsanlage die Gesellschaft reinigen und von Verbrechern befreien. Doch wer darf sich denn wirklich anmaßen, über Leben und Tod zu entscheiden? Selbst die "Regeln und Gesetze" des Femengerichts sind reine Auslegungssache und können je nach Bedarf anders interpretiert werden. Und diese Story läuft dann unter einem Titel, der Teil einer Bibelstelle ist - ganz schön makaber. Aber genau das lieben und schätzen viele Leser an österreichischen Autoren.

So ist es auch hier der Fall. Ein sehr offen-ehrlicher und direkter Schreibstil eröffnet dem Leser tiefe Einblicke in die zunehmend konfuser werdende Gedankenwelt der Charaktere. Gerade die Entwicklung des Protagonisten Anton Galba fast hin zum Wahn wird detailliert beschrieben. Für meinen Geschmack gehen diese Gedankengänge und besonders die Sprünge zwischen den einzelnen Gedankenfetzen der beiteiligten Figuren ein Stück zu weit und verwirren stellenweise bzw. unterbrechen den Lesefluss. Zudem muss ich sagen, dass die Story zwar mal was anderes ist, für meinen Geschmack aber einfach zu weit geht und extrem unrealistisch gezeichnet ist, besonders das Ende. Es kann einfach nicht sein, dass wirklich niemand etwas von den Säuberungsaktionen bemerkt (oder bemerken will?). Naja, im Roman ist so etwas hald möglich.

Generell ist das Buch für Fans des schwarzen österreichischen Humors durchaus empfehlenswert, "normale" Krimifans kommen aber hier nicht auf ihre Kosten.

2

 Alles begann mit einem Unfall, doch die Geschichte entwickelt sich in eine Richtung in die ich nie gedacht hätte.

Am Anfang hat es mich fasziniert, aber ich muss leider sagen, je länger ich gelesen hab, desto komplizierter und unübersichtlicher wurde es. Ich bin nicht mehr klar gekommen wer wer ist und über was die da jetzt genau reden und überhaupt tun. 

Man muss das Buch schon sehr intensiv lesen um es richtig zu verstehen. 

Es fehlt die komplette Spannung und auch einen Sympathieträger, denn alle Personen sind irgendwie, na ja wie soll ichs sagen, komisch. Ich weiß nicht ob das so gedacht war, aber ich hab den richtigen Sinn und vor allem das Ende noch nicht so ganz verstanden.

Es gibt ziemlich wenige Dialoge und zu viele Gedankengänge und Beschreibungen.

Ich hatte von dem Buch sehr viel mehr erwartet und es hat mich einfach nur enttäuscht =(

 

 

 

4

Alles Fleisch ist Gras, so der Titel vom Buch.

Das Buch fängt mit einen "Unfall" an. Anton Galba, Leiter der Kläranlage, wird von seinen Mitarbeiter Mathis erpresst. Grund hierfür die vermeintliche Affäre Galbas mit seiner Angestellten. Aus versehen bringt er Mathis um und lässt ihn in seiner Kläranlage verschwinden und verwischt anschliesssend die restlichen Spuren. Kommissar Weis, ehemals Schulkamerad Galbas, nimmt den Fall an sich. Anstelle Galba festzunehmen, benutzt er ihn für seine Zwecke. Zu allererst verschwindet der neue Freund seiner Ex-Frau. Bis immer wieder Leute spurlos einfach so verschwinden.

Das Buch fand ich ganz gut geschrieben, der Schreibstil war etwas anders aber man hat sich schnell dran gewöhnt. Fand ich es zum Anfang noch etwas langweilig wurde es von Seite zu Seite immer interessanter. Konnte zum schluss das Buch nicht mehr weglegen ohne es weiter zu lesen. Immer wieder gab es auch Stellen wo man schmunzeln konnte. Alles in allen hat mir das Buch gefalle.

3

An sich beginnt das Buch mit einem Unfall. Der gute Galba wehrt sich gegen die Erpressung des Bösen Mathis und der kommt zu Fall. Danach wird er niemanden mehr erpressen...

Aber was soll denn der gute Galba nun machen mit der Leiche ? Er nutzt die Mittel die er hat um die Sache zu bereinigen. Und löst damit eine Reihe "perfekter" Morde aus.

Die muss er nicht selbst begehen, nein. Das übernimmt ein "Ordnungshüter" der im Laufe der Geschichte noch weitere Unterstützung findet.

An sich ist das ganze eine interessante Idee sich der negativen "Elemente" einer Gesellschaft zu entledigen, wenn dies auch immer mehr wahnhafte Züge annimmt.

Ein bischen unrealistisch fand ich allerdings, das anscheinend Niemandem etwas auffält. Natürlich ist Nathanael Weis in der Position Fragen zu verhindern und Dinge zu vertuschen. Aber das einer allein jegliche weiteren Ermittlungen ausschließen kann ist schon ungewöhnlich.

Auch das sich selbst ein Journalist nicht um Aufklärung bemüht, sondern nach anfänglichem Grauen den nächsten "Auftrag" erteilt, ist schon ein bischen irritierend.

Der Einzige der wirklich zweifelt, Angst hat, das Vertrauen verliert ist der gute Anton Galba.

Der Weg auf dem er das Treiben zu beenden versucht ist krass.Verzweifelt. Passt an sich auch gar nicht u ihm und kann daher auch nur mizt dem Mut der Verzweiflung begründet werden. Das vermeintliche Ende ist schrecklich und zum ersten Mal tritt auch die Polizei auf den Plan. Aber nur um zu untersuchen was passiert ist , nicht was schon zurückliegt.

Am Ende muss Galba jedoch erkennen, dass ihn zumindest eine durchschaut hat.... und was sein Schicksal ist.

Ich empfehle die aufmerksame Lektüre des am Ende des Buches abgedruckten Briefes der Stadt Dornbirn.

 

4

Erst ein, dann zwei, dann drei immer mehr Morde und doch sind sie alle irgendwie berechtigt.
Und das alles begintn mit einem Unfall der verherende Folgen haben sollte. Dipl.Ing.Anton Galba wollte seinen Erpresser nicht töten, und doch geschah es, er wollte nicht den Polizisten helfen, der anstelle ihn zu verhaften weitere Morde begehen wollte, und wer ist die Geheimnisvolle Frau, die sich noch dazu gesellt?

Überaus witzig geschrieben mit sehr interessanten Charakterentwicklungen. Empfehlenswert!

4

 

Ingenieur Anton Galba wird erpresst. Sein Mitarbeiter Mathis hat ihn und seine Geliebte bei einem Techtelmechtel beweiskräftig im Bild festgehalten. Bei einem Streit stützt Mathis jedoch eine Treppe hinunter und bricht sich das Genick. Ein neues Problem für Galba: wohin mit der Leiche? Da kommt ihm der Restfleischhäcksler seiner Abwasserreinigungsanlage gerade recht. Nur hat er nicht mir dem hartnäckigen Chefinspektor Weiß gerechnet. Doch statt Galba dingfest zu machen, fällt Weiß prompt jemand ein, den er auch loswerden will. Und denn noch einer, und dann noch einer...
 
Der Autor Christian Mähr ist Österreicher. Und das merkt man auch an seinem Schreibstil. Manchmal etwas verdreht, ja fast gestelzt kommen seine Sätze daher. Doch wenn man sich an diesen österreichischen Charme erst einmal gewöhnt hat, dann durchschaut man das feine, bizarre Gebilde, dass der Autor hier vorlegt. Ja, die feinen Geschichten um die „Gewinnung“ potentiellen Opfer werden zynisch, die Entwicklung der Hauptcharaktere zeigt das skurrile Dilemma a la „Die Geister die ich rief ...“.
 
Leider holt der Autor bei den Hintergrundgeschichten um die Opfer in meinen Augen etwas zu weit aus. Dadurch wird das Buch zwischendurch immer mal etwas lang. Dennoch habe ich mich köstlich amüsiert.
 
Fazit: Ein wunderbarer, etwas anderer Krimi voll schwarzem Humor und auch unfreiwilliger Komik. Wer einen reißerischen Thriller erwartet, wird - trotz der vielen Leichen - aber enttäuscht sein.

 


"Es gibt keine schlechten Menschen, sagte der Bär, wenn sie gut zubereitet sind." Stefano Benni

5

..ist Gras!

Ein tolles Buch,sehr ungewöhnlich und gelungen.Bravo!

Es ist doch so - insgeheim lieben wir den Kriminalbeamten der ein klein wenig unorthodox handelt, der nicht nur den Weg von Recht und Gesetz geht, sondern Gut und Böse, Moral und Unmoral miteinbezieht.
Nathanael Weiß geht den Weg radikal, Justitia kommt in seinem Weltbild nicht mehr vor - nun stehen wir da. Denn so war das ja eigentlich nicht gemeint, nur ein bisschen wollten wir...ein bisschen mehr Gutes statt Gesetze.
Als Buch, als Roman genießen wir dieses mit einem schwarzhumorigen Lächeln, graben in unseren ureigenen Untiefen und überlegen insgeheim wer denn da vielleicht in Frage gekommen wäre...

Die Gedankengänge der Protagonisten, das ständige "was wäre wenn, hätte ich nicht lieber dieses oder das tun sollen", manche der Rezensenten vor mir haben genau das bemängelt. Schade. Denn oh wie menschlich!
Wie in allen Büchern von Christian Mähr ist dieses Duale, mehrschichtige ;-) sehr wichtig. Also entweder Parallelwelten oder zwei Seelen in der Brust - oder drei, oder vier...

 

3

Der Autor schreibt herrlich zynisch und hat eine sehr schöne Wortwahl. Beim Lesen begegnet man immer wieder wunderbaren Wortneuschöpfungen wie "herumzunerveln" oder "das Aus-der-Zeit-fallen".

Die Hauptpersonen haben alle etwas gemeinsam, nämlich relativ traurige Lebensläufe.

Es geht um Rechtradikalismus und Fremdenfeindlichkeit und um viele andere Spielchen, die Menschen untereinander dauernd und gerne austragen.

Eine Reise in die Welt der Gefühle, in die Abgründe der menschlichen Seele.

 

Alles Fleisch ist Gras, und all seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Psalm 40, Vers 6

5

Anton Galba, Chef der örtlichen Kläranlage, hat eine Affaire und gerät dadurch in Schwierigkeiten. Einer seiner Untergebenen will ihn mit Fotos erpressen und kommt durch einen Unfall ums Leben. Um die Sache zu vertuschen, wird der Erpresser zerhäckselt und verkompostiert und dann vermisst gemeldet.

Was erstmal wie ein üblicher Krimi daherkommt, entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Denn der Kommisar ist ein alter Bekannter und hat das Rätsel schnell gelöst. Aber anstatt den "Verbrecher" zu verhaften, wird dessen Methode übernommen und man beginnt die Stadt "zu säubern".

Dabei sieht sich Anton Galba in der unglücklichen Situation, dem Treiben kein Ende machen zu können. Im Gegenteil, die Zahl der Mitakteure steigt stetig. Den anscheinend kennt jeder jemanden, den er lieber los wäre... Und so geht das Treiben munter weiter und wird immer komplizierter. Die Mitverschwörer vertrauen sich untereinander nicht und jeder versucht am Ende den anderen auszuschalten. Durch eine von Anton Galba verursachte Explosion liegt der Kommisar am Ende im Koma und das Morden scheint erstmal gestopt.

Aber ist der Geist erstmal aus der Flasche...

 

Ein gut geschriebenes Buch, dass mit einer guten Story und einigen überaschenden Wendungen aufwartet. Die Figuren überzeugen und man kann besonders mit Anton Galba mitfühlen.

4

Anton Galba arbeitet in Dornbirn als Leiter einer Abwasseranlage, obwohl er eine fundierte Ausbildung hat und eigentlich anderweitig Karriere machen könnte. Er ist verheiratet, hat 2 Kinder und zufrieden mit seinem Leben. Denn immerhin ist da noch Helga Sieber, mit der er eine leidenschaftliche Affäre hat. Doch genau das wird ihm zum Verhängnis und krempelt sein Leben völlig um. Denn Roland Mathis ist das ein Dorn im Auge, er beobachtet das Paar heimlich und konfrontiert Anton Galba mit Fotos von dieser Liason. Kurz geschubst, landet Galbas Erpresser im Gärturm und schließlich in der Häckselmaschine und ist somit von der Bildfläche verschwunden. Kommisar Weiß, Ermittler in diesem Fall findet schnell heraus, was hier passiert ist, nutzt sein Wissen aber lieber, um Galba zu einem Werkzeug zu machen. Er will die Stadt Dornbirn "säubern" und so gibt es mehrere "unwürdige" Mitmenschen, die im Gärturm enden. Eigentlich möchte Anton Galba dem Spuk ein Ende bereiten, hat aber Angst, das seine Mitwirkung am Tod von Roland Mathis ans Licht kommt und bleibt vorerst abhängig von Weiß und seiner Komplizin und auch der Leser, der die Mörder kennt, fragt sich wann jemand dem Treiben ein Ende bereitet. Dieses Buch ist kein einfacher Kriminalroman im üblichen Sinne. Christian Mähr schreibt teilweise sehr sarkastisch und mit schwarzen Humor. Trotzdem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, ich würde es jedem Krimifreund empfehlen.

3







Anton Galba, Leiter der Abwasserreinigungsanlage Dornbirn, verheiratet, zwei Töchter, hat ein Verhältnis mit einer Angestellten. Roland Mathis, selbst scharf auf die Kollegin, spioniert ihnen nach und fotografiert die beiden in flagranti. Das delikate Beweismaterial nutzt er um Anton Galba zu erpressen. Bei einer Rangelei stürzt Mathis unglücklich und ist tot. Anton Galba, in Panik geraten, schreddert die Leiche im Häcksler der Abwasserreinigungsanlage.

Galbas ehemaliger Schulkollege Nathanael Weiß, jetzt Chefinspektor der Polizei, untersucht das Verschwinden von Roland Mathis und verdächtigt sofort Anton Galba. Wirkliche Beweise gibt es keine. Aber Weiß wird durch das Vorgehen von Galba auf eine Idee gebracht und hat eine Vision: die Säuberung des spießigen Örtchens Dornbirn von Schädlingen der Gesellschaft. Galba hilft ihm gezwungenermaßen, aber dann finden sich auch noch freiwillige Helfer um das Unternehmen "Schädlingsbekämpfung" voran zu bringen. Und so wird der Häcksler der ARA zum "Schredder der Gesellschaft".

Christian Mähr beschreibt auf bissige und sarkastische Weise, wie erwachsene Menschen des 21. Jahrhunderts das Femegericht des 14. Jahrhunderts wieder beleben. Sie üben in selbstgerechter Art und Weise Selbstjustiz aus, ohne ein Unrechtsbewusstsein an den Tag zu legen. Der einzige, der kalte Füße bekommt ist Anton Galba, allerdings hat er in gewisser Weise den Stein erst ins Rollen gebracht.

Dieses Buch ist kein gängiges Genre und lässt sich schwer einordnen. Wohl auch ein Buch, welches die Geister scheidet. Ein Spagat zwischen Gesellschaftskritik und Krimi, allerdings gelingt der Spagat dem Autor nicht immer. Manchmal entsteht der Eindruck als hätte Mähr selbst den roten Faden verloren. Es ist konzentriertes Lesen notwendig, doch auch die Sprache lässt einen ab und zu stolpern. Ich habe lange gebraucht, es zu lesen, obwohl es mir schon gut gefallen hat. Das überzogen Skurrile und Makabere, die speziellen Charaktere, die alle auf irgendeine Art und Weise durch geknallt sind. Es macht Spaß, sich einmal mit einem Buch auseinander zu setzen, welches nicht Mainstream ist.

Ein empfehlenswertes Buch für Leser, welche schwarzen Humor mögen und einen Hang zum Zynischen haben. Mähr beschreibt eine Art der Grenzüberschreitung, die vielleicht Manche in Gedanken auch schon mal gehabt haben mögen.

 

4

„Alles Fleisch ist Gras“ ist anders – und das in vielerlei Hinsicht. Die Andersartigkeit beginnt bereits beim Titel. Einen Vers aus der Bibel als Titel eines Krimis zu wählen, ist zwar kein Novum, aber auch nicht Standard. Anders ist auch die Handlung, die in keine der üblichen Genre-Schubladen passt. Denn die Ideen, einen Unfall als Auslöser einer morbiden Kettenreaktion zu nutzen, und die Doppelmoral des zuständigen Ermittlers mit einer mittelalterlichen Form der Gerichtsbarkeit zu verknüpfen, stellen sich als perfekte Schachzüge des Autors heraus. Auch der Schreibstil und das Vokabular Mährs heben sich vom üblichen (seichten) Durchschnittskrimi erfreulich ab. Lediglich einige Längen, besonders bei den Beschreibungen von neu in das Geschehen eintretenden Personen, wirken hemmend auf den Lesefluss. Eben diese Längen sowie die „generelle Andersartigkeit“ dieses Krimis bedingen, dass dies kein Buch für Freunde von Spannungsromanen mit ihren unerschrockenen Detectives, wilden Verfolgungsjagden und finalem „Mörderstellen“ sein kann und auch nicht sein will.

3

 

Anton Galba ist Leiter der Dornbirner Kläranlage. Die midlife crisis macht auch vor einem Dipl. Ing. nicht Halt und so fängt er eine Affäre mit seiner blutjungen Mitarbeiterin Helga an. Dabei wird er fotografiert und von einem weiteren Mitarbeiter erpresst. Bei einer Aussprache kommt es schließlich zu einem Unfall und so lässt Galba die Leiche schnell im Turm der Kläranlage häckseln.

Sein alter Bekannter Nathanael Weiß ist Ermittler in der Sache und kommt Galba schnell auf die Schliche. Anstatt ihn aber anzuzeigen und hinter Gittern zu bringen, nutzt er die Gelegenheit vielmehr aus, um selber ein paar "Schädlinge" los zu werden. Das Ganze artet ordentlich aus.

 

Der Erzählstil ist angenehm und stellenweise wirklich witzig. Sarkasmus und Ironie ziehen sich durch das gesamte Buch. Stellenweise ist es mal anstrengend den Gedanken der einzelnen Personen zu folgen, aber man liest sich gut hinein.

Interessant beschrieben sind die Characktäre selbst. Anton Galba war mir eigentlich nicht unbedingt unsympathisch, auch wenn er ein Mörder war. Anders verhält sich das bei Weiß, den man als Polizist doch eigentlich mögen sollte. Auch das sich die einzelnen Characktäre gegenseitig nicht sonderlich mögen und dennoch miteinander auskommen müssen ist mal etwas anderes.

Bis zur ersten Hälfte des Buches war ich ziemlich begeistert. Leider flacht der Spannungsbogen in der zweiten Hälfte ordentlich ab. Immerhin: das Ende kann man vielleicht erahnen, aber mehr auch nicht.

3 Sterne für dieses Buch. Hätte Mähr so weiter gemacht, wie in der ersten Hälfte, hätten es auch locker 5 Sterne werden können.

 

3

Anton Galba, Leiter der städtischen Abwasserreinigungsanlage ARA, amüsiert sich außerdienstlich mit seiner Laborantin. Das stößt seinem rassistischen Mitarbeiter Roland Mathis bitter auf, denn er glaubt, die einheimische Helga vor dem vermeintlich slawischen Chef schützen zu müssen. Die Erpressung, um die "unpassende" Liaison zu beenden, geht jedoch gründlich schief. Galba ist gar nicht schockiert von der Idee, die heimlich geschossenen Bilder doch gleich seiner Ehefrau zuzumailen. Ein kurzes Handgemenge später und Mathis liegt tot am Fuß der Treppe. Da der Unfall unter diesen Umständen schwer als solcher deklarierbar ist, lässt Galba die Leiche kurzerhand in einem Zerkleinerer enden, der auf dem Gelände der ARA installiert ist.

Um den Vermisstenfall Mathis kümmert sich Galbas alter Schulkamerad Nathanael Weiß - der ahnt sehr schnell, was wirklich vorgefallen ist, nur nachweisbar ist es kaum. Für Weiß kein Problem: Er bleut Galba ein, dass er sehr wohl Bescheid weiß und damit gerät Galba vom Regen in die Traufe. Denn Weiß denkt über "unpassende" Individuen nach und will Galbas Methode für eigene Zwecke nutzen. Den "Schädlinge der Gesellschaft" soll es an den Kragen gehen, allen voran dem Mann, der Weiß einst die Frau ausspannte und diese nun nach Kräften hintergeht. Damit beginnt eine irrwitzige Kette von Selbstjustiz, die sich aus alten Femeregeln speist und unerwartete Unterstützung erhält.

Eine rabenschwarze und bitterböse Geschichte entspinnt sich um Werte, Gesellschaft und Moral sowie die Frage, wer sich um deren Wahrung kümmern soll. Wer darf Fehltritte bestrafen und wie weit darf man gehen? Immerhin ist die "Methode Galba" eine absolute und folglich diskutieren die Beteiligten mehr als einmal, dass man schnell halb Dornbirn in die ARA locken müsste, wenn man die selbst gewählten Regeln der Feme konsequent anwende. Ziemlich willkürlich fällt die Auswahl, wer sich auf die Liste der Verschwundenen einreiht und reichlich obskur fällt die Begründung aus, weshalb ausgerechnet die mittelalterliche Feme zu Rate gezogen und ausgeübt wird. Obskur muss sie wohl sein, wenn sich die private Feme auf einen König beruft, den schon seit Jahrhunderten nicht mehr gibt.

Galba will sich zu Recht von den skrupellosen Säuberungsaktionen distanzieren und versucht, Weiß und seine ominöse Helferin zu stoppen. Aber Galbas Mittel sind nur zu Beginn makellos; auch er wird dreister und man fragt sich zunehmend, wo die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. Die Geschichte endet völlig anders als gedacht und deutet an, dass die Diskussionen weder für Galba noch für den Leser je zu Ende sein werden.
Das Buch ist sehr klug geschrieben. Viele Denkanstöße bemerkt man nicht sofort, dafür aber ist eine latente Gesellschaftskritik stets spürbar. Die Wut über einzelne Menschen mag berechtigt sein und bei Mähr dürfen die Protagonisten stellvertretend für andere Betroffene fehlbare Menschen für ihre Vergehen strafen und ihr individuelles Gerechtigkeitsempfinden ausleben. Bei Mährs Gedankenexperiment darf es bis zum äußersten gehen; es geht so weit, dass sich das endgültige Urteil des Lesers über Selbstjustiz ziemlich schnell einstellen dürfte.

Sehr clever finde ich die doppeldeutige Titelwahl. "Alles Fleisch ist Gras" stammt aus einem Bibelvers (was recht schnell erläutert wird) und erhält über eine besondere Prozesstufe in der ARA einen Hintersinn ... und wieder was zum Nachdenken ...

4

Rabenschwarzer Humor gepaart mit Witz und eienm guten Schuss Ironie trifft es wohl am ehesten.

Die Geschichte beginnt mit einem tödlichen Unfall und löst damit eine Lawine, die "menschlicher" Flurbereinigung gleich kommt:

Der pflichtbewusste Gesetzeshüter und die brave Hausfrau finden sich zu einem geheimen Femegericht zusammen und richten, richten hin, trifft es wohl eher, was das Zeug hält...

Wie gesagt eine gute Kombination aus Witz, Humor und auch einem Augenzwinkern...

4

Der leiter einer Kläranlage Anton Galba hat ein Verhältniss mit einer Mitarbeiterin, eigentlich nichts besonderes. Aber als einer der Mitarbeiter davon erfährt und das Ganze fotographisch dokumentiert wird es spannendend. Dieser Mann will Anton Galba dazu zwingen das die Liebelei zu beenden. Er scheint psychisch verwirrt und erzählt von der Reinhaltung der Rassen. Bei einem unglücklichen Unfall stirbt er und Galba muss nun handeln... er schafft die Leiche also bei Seite. Im Verlauf des Buches kommt der ehemalige Klassenkamerad Nathanael Weiß ins Spiel, er ist Polizeiinspektor...

Die Hauptfiguren in diesem Buch sind Galba und Weiß, es kommen aber noch mehrere Personen ins Spiel, die größere und kleinere Rollen spielen. Es kommt aber immer wieder das Thema der Reinhaltung bis hin zu Rechtsmitteln aus dem Mittelalter auf den Tisch.

Insgesamt ist es ein sehr spannenden Buch, man denkt zu wissen wie es weiter geht und dann kommt es odch ganz anders..

Sehr spannend und gut zu lesen!

4

Anton Galba, der in einer Abwasserreinigungsanlage arbeitet, hat ein Problem. Mathis hat ihn bei einer Affäre mit seiner Mitarbeiterin erwischt und droht ihnen, sie zu verraten. Bei den Streitigkeiten wegen der Erpressung kommt es zu einem Unfall - Mathis stürzt und stirbt. Anton lässt ihn in der Anlage, in der er arbeitet, verschwinden.

Der Polizist Weiß verdächtigt Anton von Beginn an, aber er hat gar nicht vor, Anton in Rechenschaft zu ziehen, da er selbst vorhat, Mitmenschen, die er nicht gern erträgt, loszuwerden. Als Anton das herausfindet, will er sich dagegen stellen und merkt, dass er der Einzige ist, der sich dagegen wehren will.

Christian Mährs Roman ist undurchsichtig und von der Sprache sehr anspruchsvoll, was ich gar nicht schlimm finde, weil ich der Meinung bin, dass er sich dadurch von den anderen Krimis abhebt. Ich habe mich schnell im Roman zurecht gefunden und muss sagen, dass ich nicht erwartet hatte, bei den Handlungen so falsch zu liegen ;-) Es kam immer anders, als ich es erwartet hatte.

Mit diesem Roman hat Mähr ein großes Werk geschaffen, welches in der österreichischen Literatur einen gebührenden Platz verdient und nicht nur in der österreichischen.

4

Anton Galba arbeitet in der Abwasserreinigungsanlage Dornbirn. Diese Anlage ist nicht nur zum Geldverdienen, sondern auch zum Menschen verschwinden lassen sehr nützlich.  Denn als Galba von seinem Kollegen Roland Mathis erpresst wird, seine Affäre zu einer anderen Kollegin öffentlich zu machen, kommt es zu einem tödlichen Unfall. Not macht erfinderisch und so landet Mathis schließlich in tausenden von Einzelteilen in der Anlage.

Der erfahrene Polizist und alte Schulkamerad von Galba,Nathanael Weiß, durschaut diese Geschichte recht schnell. Doch statt Galba hinter Gitter zu bringen, hat auch er einen lästigen Mitmenschen, den er gerne verschwinden lassen würde. Und so zieht sich das Spiel immer weiter. Galba kann es selbst nicht fassen, dass Weiß zusammen mit einer Verbündeten als sogenannte Femme Gruppe es sich zur Aufgabe macht, den Bewohnern von Dornbirn ein angenehmeres Leben zu verschaffen, indem skrupellose Mitmenschen einfach in der Anlage verschwinden.

Galba scheint der einzige Mensch zu sein, der dieses Handeln stoppen will. Mit einem Plan will er dem ganzen Einhalt gebieten, doch das Ganze endet anders als gedacht.

Ein wunderbar skurriler österreichischer Roman, in dem viele Wahrheiten ausgesprochen werden. Es macht Spaß diese Geschichte zu lesen und nicht nur einmal ertappt man sich dabei, wie man heftig schmunzeln muss. Besonders gut hat mir an dem Roman gefallen, dass er so herrlich anders und undurchschaubar ist. Gelegentlich gibt es auch einige "trockene Passagen", in denen der Autor meines Erachtens in seinen Beschreibungen etwas zu viel ausholt, aber im Großen und Ganzen ein sehr gelungener Roman.

3

 

Das Buch "Alles Fleisch ist Gras" von Christian Mähr überzeugt mich von seinem Inhalt. Mähr geht in seinem Buch davon aus, dass man alles "Schlechte" ausrotten kann. Anton Galba hat eine Affäre mit seiner Mitarbeiterin Helga. Diese Affäre stört jedoch Roland Mathis. Er droht Galba damit, sie vor seiner Ehefrau auffliegen zu lassen. Es kommt zum Streit. In einem Handgemenge fällt Mathis die Treppe hinunter und stirbt. Ein klassischer Unfall - nach dreitägiger Abwesenheit meldet die Firma den Arbeitnehmer Mathis vermisst. Die Ermittlungen werden aufgenommen. Es wird überlegt, was passiert sein kann. Anton Galba hilft der Polizei sogar bei der Suche. Diese verläuft jedoch erst einmal im Sande.
Im Verlauf des Buches erfahren wir Hintergründe. So erfahren wir, dass Anton Galbas Wurzeln im slawischen Raum liegen. Auch erfahren wir, dass die Affäre zwischen Anton und Helga in den Augen von Roland eine Blutschande darstellen. Helga, die deutscher Abstammung ist, sollte sich nach Meinung von Roland nicht auf eine Affäre mit dem slawischen Chef einlassen. Die Ermittlungen laufen langsam und träge. Der Leser erfährt viel über Hintergründe und erfährt auch kleine Details aus dem Leben der Protagonisten.
Christian Mähr hat als Journalist einen ganz besonderen Schreibstil, der eigentlich durch Leichtigkeit glänzen sollte. Durch umständliche, meist verschachtelte Sätze, ist das Lesen dieses Buches hingegen unerwartet schwer. Der Leser erfährt meines Erachtens sehr viele Details, die er ohne ihre Erwähnung sicherlich auch er einen könnte. Aus diesem Grund war es an manchen Stellen sehr schwierig den roten Faden der Geschichte zu behalten und nicht in kleine Details abzustreifen. Dennoch hat mir das Lesen große Freude bereitet, da ich die Geschichte im Großen und Ganzen sehr gut fand. Meines Erachtens sollte man dieses Buch keinesfalls aufgrund des komplexen Schreibstils direkt aus der Hand legen, denn wer einmal verstanden hat, worum es in dem Buch geht, hat einen direkten Bezug zu einer guten Geschichte. Die Geschichte, die sich zum Teil auch mit dem Rechtsextremismus innerhalb eines kleinen Dorfes befasst, lebt meiner Meinung nach von den vielen kleinen Details, die den Schreibstil des Autoren kompliziert erscheinen lassen.
Das Thema Rechtsextremismus ist meiner Meinung nach auch in der heutigen Zeit noch aktuell. Schließlich gibt es auch heutzutage noch rechtsextremistische Gruppen, die durchaus ähnliche Ansichten vertreten, wie sie in diesem Buch dargestellt werden. Das Buch ist ein lohnendes Werk, für Menschen, die sich gerne kritisch mit ihrer Umgebung und Gesellschaft auseinandersetzten möchten.

Viele Grüße, GJay89 http://marie-testet.blogspot.com/

4

Christian Mähr halte ich gesonders durch seine einzigartige Art zu Schreiben für einen echten Geheimtipp. Und genauso sollte man ihn auch vermarkten.

Krimi-Leser kommen hier auf einen ganz besonderen Geschmack. Das ist ein Buch zum weiterempfehlen. Man kann herzlich lachen und sich gleichzeitig von dem Buch in vollen Zügen vereinnehmen lassen. Die Idee, die Ambitionen des Ermittlers mal ganz anders auszurichten, ist etwas, was den Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubert: Da will mich jemand unterhalten. Und er macht seinen Job verdammt gut.

4

Dieses Buch war wieder einmal ein Krimi aus Österreich der mir sehr gut gefallen hat.

Christian Mähr erzählt in seinem Roman Alles Fleisch ist Gras die Geschichte der ungewöhnlichen Verbindung zwischen dem Kläranlagenchef Anton Galba und dem Chefinspektor Nathanael Weiß.

Auf den ersten Seiten hat dieses Buch alles, was einen Krimi ausmacht: einen Mord, einen Mörder und einen Chefinspektor, der das Ganze aufklären soll.. Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven: aus der des (ersten) Opfers, des Mörders Anton Galba, des Chefinspektors Weiß und einigen anderen Charakteren. Jedes Mal kann der Leser genau die Gedankengänge der jeweiligen Person verfolgen – mit allen Gedankensprüngen, Abschweifungen und Gefühlen: ein sehr interessanter und angenehmer Schreibstil.

Schnell merkt der Leser jedoch, dass dies kein normaler Kriminalroman ist – denn Chefinspektor Weiß versucht keineswegs den Mord tatsächlich zu klären. Es beginnt eine Art „Säuberungsaktion“ für ein besseres Dornbirn, in die immer mehr Personen verwickelt werden – so zum Beispiel der Journalist Ingomar Kranz. Mährs Stil ist dabei geprägt von einem bissigen, sarkastischen Humor, der kein besonders positives Menschenbild vermittelt. Die vermeintliche Idylle des kleinen Ortes im Vorarlberg wird schnell getrübt. Es werden viele verschieden Arten von Verbrechen verübt und auch sehr unterschiedlich geahndet. Jeder der Charaktere zeichnet sich dabei durch einen anderen Gerechtigkeitssinn aus, die Gedankengänge der Protagonisten sind oft schon fast philosophisch, werden aber vom Autor nie gewertet - das bleibt dem Leser selbst überlassen.

Besonders hervorzuheben ist auch noch der tolle Einband und der passende Titel, der auch auf den ersten Seiten erklärt wird.

Insgesamt wirklich ein sehr gutes Buch, das bis zum Schluss spannend bleibt und immer wieder mit neuen Wendungen überrascht.

 

4

Anton Galba hat eine Affäre mit seiner Mitarbeiterin Helga Sieber. Ansich keine große Sache, wenn da nicht nicht ein weiterer Mitarbeiter wäre, Roland Mathis, der die beiden beim Liebesspiel im Wald gefilmt hätte und Galba damit erpresst. Bei diesem Versuch stürzt Mathis leider die Treppe herunter und kommt um. Wohin mit der Leiche ? Ab in den Häcksler der Dornbirner Abwasserreinigungsanlage, wo alle drei arbeiten.

Was daraus wird konnte Anton Galba nie ahnen. Über einen Polizisten der die Bösen dieser Welt verschwinden lassen will, Feme in Dornbirn bis hin zu einem Bombenanschlag.

Was viele sich schon gerne mal gewünscht haben, macht Christian Mähr in seinem Roman zur Realität. Menschen die der Gesellschaft (oder einen persönlich) schaden einfach verschwinden zu lassen. Völlig von der Justiz und heutigen Rechtsverständnis losgelöst.

Viel scharzer Humor, sozialkritikische Argumente kommen ebenfalls zur Geltung. Gelungen finde ich auch den Titel von einem Bibelpsalm herzuleiten. Trägt auch zur Bildung bei, genauso wie dass, was man über die Femegerichte im Mittelalter erfährt.

Einzig die etwas technisierte Sprache hat gestört und manche Ausdrücke, die wahrscheinlich nur in Österreich geläufig sind. Trotz dieser Mängel war es gut zu lesen.

4

Dornbirn ist ein kleines Biotop des bäuerlichen Biedersinns im Vorarlberg (Christian Mähr, der Autor diese Buches, muss es wissen, denn er lebt hier heute) und wird in dem Buch „Alles Fleisch ist Gras“ zum Schauplatz einer ungewöhnlichen Kette von Säuberungs-, ups entschuldigen Sie, Läuterungsaktionen.

Alles beginnt mit Anton Galba, dem Mann der in seiner Funktion als Leiter der Abwasserwerke Dornbirn in der Lage ist „aus Scheiße Gold zu machen“ (als Erfinder eines besonderen Granulierverfahrens, dass – na Sie wissen schon). Erfinderisch muss Anton Galba auch werden als er von einem Laborassistenten mit wirklich fiesem Charakter mit Photos, die seinen Seitensprung dokumentieren, erpresst wird. Unfreiwillig wird der gerade Mensch zum Mörder und muss nun aus Fleisch Gras machen, sprich: die Leiche spurlos verschwinden lassen. Auch dieses Verfahren ist so intelligent, dass ihm nur der schlaue Nathanael Weiß, Schulfreund und hohes Tier bei der Polizei, der vom Vorliegen eines Verbrechens überzeugt ist, auf die Schliche kommt. Dieser Nathanael Weiß lässt Gnade vor Recht walten, weil er das Verfahren des Anton Galba gern auf weitere verbrecherische Elemente im Ort anwenden möchte. Es gibt im Verlauf der Geschichte mehr Menschen, die der Versuchung erliegen, sich an der Feme zu beteiligen. Und es gibt immer noch Anton Galba mit seiner „neurotischen Fixierung auf geordnete Zustände“, der dem Albtraum ein Ende setzen möchte. So wird das Dornbirnsche Moritat zwischen den Opfern und Tätern immer wieder neuen Höhepunkten zugetrieben, und über das Ende wird natürlich nichts verraten.
 
Die Geschichte ist hervorragend erzählt. Besonders in der ersten Hälfte konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Durch die Überzeichnung der Figuren und die nötige Portion scharfen Zynismus wird diese unappetitliche Dorf- und Mord(s)geschichte zu einem absoluten Lesevergnügen. Das hatte ich nach der Leseprobe bereits erwartet, aber was mich dann überrascht hat, ist die sehr liebevolle, bilderreiche Beschreibung der kleinen Szenen. Als Beispiel diene die Szene, in der sich Nathanael mit seiner Ex-Frau in einem Kaffeehaus trifft: „In jedem Fall durfte man die Szene als Beweis der Tatsache deuten, dass unser aller Leben wenig Spaß macht und schlecht ausgeht: so etwas will niemand sehen. (…) Sie gingen ohne ein weiteres Wort und ließen ein Kaffeehaus hinter sich, in dem sich die Erleichterung ausbreitete wie der Duft einer warmen Backstube.“ (S. 93). Diese Stellen sind einfach ein großes Vergnügen, leider findet man sie vor allem in der ersten Hälfte. Womit ich auch schon zu meinem Kritikpunkt komme. Der Roman ergeht sich in der Mitte und dann auch immer wieder in etwas langatmigen Innenansichten der Protagonisten. Dann gibt es einige Unstimmigkeiten im Handlungsverlauf, und das Ende hat mich auch ein ganz klein wenig enttäuscht zurückgelassen.
 
Aber: das alles kann das Leseerlebnis in toto nicht schmälern. Ich kann dieses Buch allen Lesern wärmstens empfehlen, die schwarzen Humor mögen. Und Lesern, die gut erzählte Geschichten mögen, welche uns am Ende so viel mehr über uns erzählen als jede Studie es könnte.

2

„Alles Fleisch ist Gras“ der neue Roman von Christian Mähr, ist ein skurriles Buch. Ein zufälliger Unfall führt dazu, dass in den kleinen Städtchen Dornbirn, Dinge passieren, die der Realität nicht entsprechen, es verschwinden Menschen für immer und keinem fällt es auf. Die Verschwundenen gehören einen Typus an, die durch ihre Charaktere Außenseiter der Gesellschaft sind.

Anton Galba und Nathanael Weiß scheinen die Protagonisten des Romans zu sein. Je weiter man der Handlung folgt, stellt sich heraus, dass diese beiden Figuren nur Mittel zum Zweck sind. Eine unscheinbare Frau ist die eigentliche Protagonistin des Buches. Sie wird zur Retterin der Gesellschaft. Die Kritik an der Gesellschaft äußert sich an ihrer Kleinkariertheit, denn es werden nicht die großen Probleme angesprochen, sondern die unmittelbaren, die jeder vor seiner Haustür sehen kann, wenn er die Augen öffnet.

Christian Mähr spielt mit der Sprache, dadurch wird die Verschrobenheit von Dornbirn betont. Das Motiv der Abwasseranlage entpuppt sich als Metapher, durch sie wird es möglich, Dinge verschwinden zulassen, die die Gesellschaft nicht mehr braucht, nämlich Abfall.

Durch die Unentschlossenheit des Autors, den Plot in einen Krimi zuführen oder ihn als Gesellschaftsroman weiterzuentwickeln, ist ein Manko beim Lesen. Der Roman liest sich schwer und fast ermündend, da der Leser nicht erkennt in welche Richtung er führt.

 

2

Der Autor : Christian Mähr wurde 1952 geboren und lebt heute in Dorbin. Er hat einen Doktor in Chemie, ist Bienenzüchter und Autor und arbeitet seid 1982 als freier Mitarbeiter des ORF.

Das Cover : …war für mich von Anfang an irgendwie nichtssagend, irgendwie unpassend.Es hat weder mit dem Buchtitel noch mit dem Inhalt des Buches irgendeine Verbindung. Doch dies sollte das Cover , meiner Meinung nach, zumindest indirekt haben.

Das Buch : Anton Galba ist ein typischer Durchschnittsmann: Er hat einen gut bezahlten Job mit dem er zufrieden ist , obwohl er durchaus einen besseren haben könnte,wenn er wollte. Er hat eine gute Frau und 2 anständige Töchter. Alles also völlig normal. Bis er eine Affäre mit seiner Angestellten Helga beginnt. Er genießt es mit ihr zusammen zu sein,Dinge zu tun, welche ihm bisher unmöglich erschienen. Doch plötzlich bittet ihn einer seiner Kollegen zu einem Gespräch unter 4 Augen; auf dem Turm. Dort hält dieser ihm eben diese Affäre zu Helga vor. Von “ Rassenschande” ist die Rede. In seiner Wut schubst Anton  seinen Kollegen beiseite;doch leider stolpert dieser und stürzt den Turm hinunter. Er bricht sich das Genick und ist sofort tot. Doch Anton weiß sich schon zu helfen…
Natürlich wird der tote schon bald vermisst und der ermittelnde Polizist, Nathaniel Weiß, beginnt mit seinen Nachforschungen. Schon bald hat er einen Verdacht…
Doch er hat auch ein Anliegen…
Und so kommt schon bald eines zum anderen…

Im Grunde geht es hier um Selbstjustiz und die folgen eben dieser.
Die Leseprobe fand ich noch recht Amüsant, doch ab ca. der Hälfte des Buches verlor ich dann doch immer mehr das Interesse. Ich habe dann doch noch bis zu Schluß durchgehalten, doch Belohnt wurde ich dafür nicht. Die Handlungen wurden immer banaler und unglaubwürdiger.
Klar, die Gründe für Selbstjustiz sind durchaus nachvollziehbar; ich denke jeder hatte schon mal ähnliche Gedanken.Doch hier grenzte es schon an Wahn oder eher Wahnsinn.
Der Autor hat eindeutig den wichtigen Zeitpungt verpasst, an dem die Glaubwürdigkeit aufhört und der Schwachsinn beginnt!
Sorry, aber ich bin enttäuscht von diesem Buch.

 

2

Anton Galba, verheiratet und Familienvater, hat eine Affäre mit einer Angestellten, ein Kollege bekommt es mit, fotografiert die beiden und erpresst Galba. Der schubst ihn, der Mann stürzt unglücklich und ist sofort tot. Galba will die Leiche verschwinden lassen, was ihm auch gelingt, zumindest ist er sicher, alle Spuren beseitigt zu haben.
Der in dem Fall ermittelnde Chefinspektor Nathanael Weiß ahnt allerdings sofort, dass Galba wohl doch nicht so unschuldig ist, wie es den Anschein hat. Doch auch Weiß ist ein Mann mit fragwürdiger Moral und erkennt, dass er in Galba jemanden hat, der ihm gut helfen könnte. So wird der erste Mord (der ja mehr ein Tod aus Versehen war) vertuscht und Weiß überzeugt (man kann auch erpresst dazu sagen) Galba, ihm bei der Beseitigung des neuen Mannes seiner Exfrau zu helfen. Denn zum einen hat sie Weiß deshalb verlassen und zum anderen wird sie nun von ihm betrogen. Das sind für Weiß mehr als genug Gründe, den Mann aus dem Weg zu räumen.
Doch das alleine genügt ihm nicht, und so bleibt Galba nichts anderes übrig, als ihm weiterhin zu helfen. Das scheint auch zuerst ganz gut zu funktionieren, allerdings hat Weiß eine ganze Menge Leute, die er gerne im Häcksler sehen möchte ...

Irgendwie bin ich mit diesem Roman nicht recht warmgeworden. Der Anfang ist vielversprechend, auch ist es ganz unterhaltsam, welche Doppelmoral der Polizist Weiß an den Tag legt.
Allerdings fehlt oft über weite Strecken Spannung, es passiert einfach zu wenig. Weder Weiß noch Galba sind Sympathieträger, was auch nicht unbedingt sein muss, allerdings bleiben beide ziemlich blass und auch das Ende fand ich recht enttäuschend.
Der Schreibstil ist schön flüssig, aber der Großteil des Buches besteht vor allem aus Beschreibungen und Gedankengängen. Und das liest sich zumindest für mich leider ziemlich langweilig.
Ein Krimi ist es übrigens nicht direkt, denn man weiß von Anfang an ja, wer der Täter, bzw. später die Täter sind und wer was macht. Die einzigen spannenden Fragen sind dabei, wann es auffliegt und wie es mit den beiden enden wird.

4

 

Was macht man als Vorgesetzter, wenn man von einem Angestellten mit Fotos bei einem Seitensprung erpresst wird? So geschehen in Dornbirn, Österreich im Kriminalroman „Alles Fleisch ist Gras“ von Christian Mähr.

Anton Galba, der Leiter der städtischen Abwasserreinigungsanlage (AGA) der Kleinstadt Dornbirn trifft sich mit der Laborantin Helga zu einem Schäferstündchen im Wald. Auch wenn sie sich unbeobachtet fühlen, ist da noch der Kollege Roland Mathis, Prototyp des ungeliebten Schnüfflers in der Nähe, der umbemerkt Fotos von dem Paar macht.

Während eines Betriebsrundganges versucht Mathis Galba damit zu erpressen. Sie befinden sich in der Reinigungsanlage und war es Zufall, war es Mordabsicht, stürzt Mathis in einen großen Gärbehälter, von dem aus er später per Häcksler endgültig beseitigt wird.

Nathanael Weiß, der ermittelnde Polizist konfrontiert Galba mit seinen Vermutungen, spricht aber keinen konkreten Verdacht aus. Diese Form der Andeutungen, familiäre und freundschaftlichen sprachlichen Kodierungen sind unverzichtbarer Bestandteil des Romans. Dadurch entsteht beim Leser immer wieder der Eindruck, der Fall sei bald gelöst. Mehr oder weniger werden der Polizist und Anton Galba zu Verbündeten, denn das Morden geht weiter oder sagen wir seine eigenen Wege, denn wer nicht passt, wird beseitigt, Möglichkeiten und falsche Fährten bieten sich genug.
 

Christian Mähr hat einen wunderbaren Regionalkrimi mit viel schwarzem Humor und Skurilität geschrieben. Seine sprachliche Gestaltung ist einzigartig und philosophisch inspiriert. An manchen Stellen erschien es mir etwas zu langatmig bzw. zu ausschweifend, aber die Aussicht, dass große Taten bevorstehen, wie es in den Dialogen heißt, ließ mich das Buch bis zum Ende lesen.

Dem Leser wird zwar einiges an Konzentration abverlangt, aber auch wiedrum mit zahlreichen sprachlichen Pointen und anderen unvorhersehbaren Ereignissen belohnt.Insgesamt ist es ein satirischer Kriminalroman, der sich mit den Schwächen und Unzulänglichkeiten in allen Schichten und Berufsgruppen der Bevölkerung beschäftigt.

Christian Mähr ist für mich ein Autor, den es noch zu entdecken gilt.

 

4

Dieses Buch ist einfach anders. Anders im Schreibstil, anders in der Story. Mir hat diese abgefahrene Geschichte einfach nur super gut gefallen. Wie Anton Galba hier aus seinem beschaulichen, gut eingerichteten Leben ( Ehefrau, Geliebte, sicherer Job ) gerissen wird, ist zu gut beschrieben. Überraschungen gibt es einige und der Schreibstil war für mich das I -Tüpfelchen. Dieser teilweise sarkastische, zynische und auch manchmal nur einfach hintergründige Humor ist klasse.

Für mich ein neues Leseerlebnis. Und zwar eines der positiven Art.

4

Nach dem ersten Vorablesen, habe ich mich gefragt was denn nun noch kommen soll. Es ist doch schon alles gesagt. Aber falsch gedacht.

Helga und ihr Chef Anton Galba arbeiten zusammen in einem Labor und haben eine Affäre. Sie treffen sich oft im Wald, wo ihr Arbeitskollege Roland Mathis sie heimlich fotografiert. Am nächsten Tag konfrontiert er Anton mit den Bildern, wo dieser sauer wird und Roland schubst. Zufälligerweise ist hinter ihm eine Treppe. Fünfzehn Stufen weiter unten ist er tot. Aus lauter Panik wirft er den Toten in einen Gärturm.

Anton ist damals mit Nathanael Weiss zur Schule gegangen. Doch Freunde sind die beiden nie geworden. Jeder hatte seinen eigenen Freundeskreis. Komischerweise hält es Anton aber für gut, sich bei ihm jetzt zu melden und den Tod zu melden. Er ist Polizist und da sie sich kennen wird er ihm bestimmt helfen. Aber Weiss kommt dahinter, dass Galba den Mathis hat verschwinden lassen und schlägt ihm was anderes vor.

Ab da gerät Anton Galbas Leben total durcheinander. Er wird immer mehr in eine Sache mit hineingezogen, obwohl der Tod des Roland Mathis nur ein Unfall war.

Ein super Buch, das nicht vorraussehbar ist mit einem wirklich überraschenden Ende!

 

 

Kommentare

Registrieren
& Leseeindruck
beschreiben

So funktioniert's:

  1. Leseprobe zum Buch runterladen & reinlesen
  2. Registrieren & ersten Leseeindruck verfassen
  3. Als Kritiker gratis Vorab-Exemplare erhalten
  4. Regelmäßig veröffentlichen & Top-Kritiker werden