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Durch einen Computervirus bricht das Gerüst in der modernen Gesellschaft wie wir sie kennen, total unvorbereitet und mit aller Macht zusammen. Die Folgen sind absolut verheerend und von einer Minute auf die andere Minute ist nichts mehr, wie es vorher war.
Hans und Eva wollen zurück in ihren Heimatort Wellendingen, zu ihrer Tochter Lea, der Weg dorthin ist oberste Priorität für sie und führt sie geradewegs durch die Hölle.
Hans befindet sich in Schweden auf Geschäftsreise, als das Unglaubliche passiert, Flugzeuge vom Himmel fallen, alle Elektronik versagt und aus ehemals freundlichen Menschen im Überlebenskampf Mörder werden. Er macht sich auf den Weg nach Hause, über 1000 Kilometer und erlebt Dinge, von denen er nicht einmal geträumt hätte.
Eva ist Krankenschwester und nur ein paar Orte weit entfernt, als plötzlich der Strom ausfällt und der Supergau für sie beginnt. Brutale mörderische Banden terrorisieren die Stadt, fallen ins Krankenhaus ein, wollen Medikamente plündern und sie schafft es nur mit Mut und Glück zu entkommen.
Die Leseprobe ist absolut fesselnd und bringt das Endzeit-Szenario als realistisches Kopfkino zu den Lesern. Ganz besonders ist hier zu bemerken, dass dies hier in Deutschland beginnt und somit nicht wie üblich amerikanischen Grundideen folgt. Eine grandiose Idee und Umsetzung des Autors, man sollte Michael Tietz unbedingt im Auge behalten!
Vordergründig handelt es sich um Eva und Hans und deren Heimatort Wellendingen, was dort passiert, wie die erschreckenden Geschehnisse die Situation zuspitzen, wie aus dem ehemals netten Nachbarn ein kaltblütiger, berechnender Überlebenskämpfer wird. Zwischendurch sind Einblendungen aus anderen Ländern und kleinen, aber wichtigen Situationen zu lesen, so dass es wirklich klar wird, dass es ein globales Problem ist. Die Personen sind autentisch beschrieben, man fühlt sich als Leser total in das Buch hineingezogen. Und das Schlimmste ist, dass man sich vorstellen kann, das genau dies jederzeit in unserer achso perfekten Gesellschaft passieren kann, die Sicherheit in der wir meinen zu leben, kann morgen schon vorbei sein...
Durch einen dummen Jungenstreich, fällt am 23. Mai um Punkt 7:00 Uhr der Strom aus. Dann fallen die Flugzeuge vom Himmel. Das fließende Wasser bleibt auch weg. Es gehen weder Fernseher, Radio, Telefon oder Handy mehr. Und ohne Strom verderben natürlich alle Lebensmittel in Kühlschrank und Gefriertruhe. Jede Stadt und jedes Dorf ist für sich alleine verantwortlich und von der Außenwelt abgeschnitten. Eva Seger arbeitet in einem Krankenhaus auf der Intensivstation. Als der Strom ausfällt, übernimmt zwar kurz das Notstromaggregat, jedoch hält das auch nicht ewig. Ihr Mann Hans, ist am Morgen nach Schweden geflogen. Ihre siebenjährige Tochter Lea ist bei der Nachbarin. Erst denken sich alle, es sei nur kurzzeitig. Als abends jedoch immernoch kein Strom und auch kein Wasser geht, stellt sich jeder die Frage was wohl passiert ist. Die ersten Plünderungen beginnen, die Menschen denken nur noch an sich und so beginnt das Chaos.
Im Buch begleitet der Leser einmal Eva auf ihrem abenteuerlichen Heimweg nach Wellendingen, aber auch Hans will sich von Schweden aus bis zu seinem Zuhause durchschlagen. Es wird anschaulich die Dorfgemeinschaft in Wellendingen beschrieben und wie sie versuchen aus der Misere das beste zu machen. Sehr gut wird auch die Panik und Aggressivität der Menschen überall geschildert. Jeder ist sich selbst der nächste und es brechen kriegsähnliche Zustände aus.
Ein Buch das zwar sehr dick ist, aber trotzdem sehr anschaulich beschreibt, was passieren kann, wenn der Strom ausfällt. Manche Charaktere hätte sich der Autor auch sparen können und das Buch hat dadurch einige Längen drin. Aber alles in allem hat es mich sehr nachdenklich gestimmt und man sieht solche "normalen" Dinge wie Strom und Wasser nicht mehr als selbstverständlich an!
Rattentanz, so heißt das Erstlingswerk des Newcomer Autors Michael Tietz, und wie der Name schon sagt tanzen in diesem Buch die Ratten und nicht nur diese Lebewesen.
Am 23. Mai um Punkt 7.00 Uhr fällt in einem kleinen Dorf im Südschwarzwald der Strom aus. Nicht weiter bedenklich wird an dieser Stelle jeder sagen, aber weit gefehlt. Die Ursache des Stromausfalls liegt in einem Computervirus der von Hackern zu einem ganz anderen Zweck und für einen ganz anderen Zeitpunkt programmiert wurde. Nun jedoch legt dieser Virus den Strom nicht nur in Wellendingen sondern weltweit lahm. Es kommt zur Katastrophe. Durch den fehlenden Strom wird alles beeinträchtigt, Produktionsstätten, Alarmanlagen etc. Auch Trinkwasser ist keines mehr vorhanden. Die Systeme im Flugverkehr spielen verrückt. Flugzeuge stürzen ab, Plünderungen von Banken und Geschäften nehmen ihren Lauf. Das Tier im Mensch erwacht. Für einige Tage ist es vielleicht unproblematisch ohne Strom auszukommen, aber dann? Wie kühle ich, wie koche ich, wie heize ich? Dies sind Fragen mit denen sich nicht nur die Einwohner Wellendingens im Verlauf des Buches auseinandersetzen müssen.
Michael Tietz beschreibt diese Veränderungen sehr detailliert und lässt kaum Fragen offen. Zwei seiner Hauptpersonen Eva Segers, die in einem Krankenhaus, einige Kilometer von Wellendingen entfernt arbeitet, und Hans Segers, der sich aus beruflichen Gründen in Schweden aufhält, sind nun gezwungen den Weg in ihren Heimatort Wellendingen zu Fuß auf sich zu nehmen. Und dies ist mehr als nur ein Abenteuer. Dennoch haben beide das Ziel zurück nach Hause, zu ihrer Tochter Lea bzw. zu ihrer Familie, zu gelangen. Viele andere Personen lernen wir auf dieser Reise und auch im Ort Wellendingen kennen. Personen, die versuchen sich an die neue ungewohnte Situation anzupassen und Personen, die diese neue Situation einfach nicht begreifen wollen und auch nicht mit ihr umgehen können.
Ich habe schon lange nicht mehr solch ein Buch gelesen, das einen Sachverhalt schildert, der eigentlich so weit weg und dennoch so nah am Leben ist. Es ist doch gar nicht so abwegig, dass plötzlich einmal der Strom ausfällt, auch für länger. Werden wir zivilisierten Menschen dann gleich zu Bestien? Es scheint so, denn jeder denkt in dieser Situation erst einmal nur an das bloße Überleben. Wenn Nahrungsvorräte knapp werden dann zählt nur noch eines: Ich.
Interessant nur festzustellen, dass diese scheinbar gravierenden Änderungen nicht alle Teile der Welt betreffen.
Mich lässt dieses Buch auch noch eine Woche nachdem ich es abgeschlossen habe nicht los und ich kann es nur jedem sehr empfehlen. Ein Thriller aus dem Leben.
Wie sieht unser Leben aus, wenn das Selbstverständlichste, das uns Tag für Tag "per Knopfdruck" zur Verfügung steht, plötzlich nicht mehr da ist? Wie lebensfähig sind wir in unserer modernen Welt ohne Strom und ohne Wasser, das uns direkt ins Haus geliefert wird? Wie schnell können wir uns diesem neuen Leben anpassen? Wie wird diese ungewohnte Situation den Menschen verändern?
Fragen, die sich jeder stellen wird, der das Erstlingswerk "Rattentanz" von Michael Tietz liest.
Es ist ein 23. Mai, 7 Uhr morgens, und plötzlich steht die Welt Kopf. Von einem Moment auf den anderen bricht weltweit das Stromnetz zusammen. Aus den Hähnen kommt kein Wasser mehr, alle Informationsquellen (Fernseher, Radio, Telefon, Handy) versiegen, "computergesteuert" war einmal, Flugzeuge stürzen ab und die Menschheit steht vor einem großen Rätsel. Mittelpunkt seines Romans ist für Michael Tietz die Schwarzwälder Gemeinde Wellendingen. Hier agieren seine Hauptprotagonisten und veranschaulichen die Unterschiede im Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation. Während die "Guten" zuerst zwecks Hilfeleistung an die Absturzstelle eines Flugzeugs stürzen und später versuchen sich mit der Notlage zu arrangieren, haben die "Bösen" schon bald nichts Besseres zu tun, als die Lage zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Sehr schnell kommt es zu Plünderungen und Gewalt. Die Polizei ist machtlos. Nichts ist mehr wie es war.
"Rattentanz" ist ein sehr komplexes Buch. Während die Katastrophe über 800 Seiten eine Konstante bildet, erzählt der Autor teilweise mehrere nebeneinander laufende Geschichten, die teilweise im Sand verlaufen oder sich irgendwann im Buch miteiander verbinden. Die zentrale Handlung dreht sich jedoch um das Wellendinger Ehepaar Eva und Hans Seger. Sie sitzt als Krankenschwester im Krankenhaus Donaueschingen fest, er in Schweden, und beide haben nur das eine Ziel, wieder nach Hause zu ihrer Tochter zu kommen. Für beide ein Abenteuer voller Hindernisse, das allein zu bewältigen kaum möglich ist. Um die internationale Katastrophe zu verdeutlichen, wagt Tietz auch den einen oder anderen kurzen Ausflug weltweit. Jedes einzelne Kapitel hat eine Überschrift mit Ort, Datum und Uhrzeit und lässt den Eindruck eines live tickers entstehen.
"Rattentanz" liest sich flüssig und leicht. Die beschriebenen Szenarien sind teilweise schockierend und voll Spannung und trösten über die ab und zu auftretenden Längen hinweg. Die größte Stärke des Buches ist aber, was es im Kopf des Lesers bewirkt, denn man kommt nicht umhin, die Situation auf den eigenen Alltag zu übertragen und die von Michael Tietz beschriebenen Reaktionen zu hinterfragen. Würden die Menschen wirklich so handeln oder würde eine solche Katastrophe in Wirklichkeit ganz anders verlaufen? Fragen, auf die es zum Glück keine Antwort gibt.
Von Eltern lernt man lieben, lachen, laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. (Helen Hayes)
Was als Schülerstreich beginnt, hat weitreichende Folgen: Am 23. Mai werden durch einen Computervirus Strom- und Wasserversorgung lahmgelegt. Innerhalb weniger Stunden verändert sich die Welt: Flugzeuge stürzen ab, es gibt weder Strom noch Lebensmittel, die Menschheit bricht in Panik aus.Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine kleines Dorf in Deutschland. Hier wird aufgezeigt, wie die einzelnen Menschen mit der Katastrophe umgehen. Mittendrin eine ganz normale Familie, die allerdings während des Unglücks getrennt ist und nun versuchen muss, wieder zueinanderzukommen.
Michael Tietz hat mit seinem Erstlingswerk einen spannenden , sehr umfangreichen Thriller vorgelegt. In über 800 Seiten verfolgt man, wie ein kleiner Streich die ganze Menschheit quasi ins Mittelalter zurückwirft. Sehr detailliert wird das Leben der Menschen in dieser Ausnahmesituation beschrieben. Dabei spielt der Autor ganz bewusst mit d "Gute Leute - böse Leute - Klischees".
Ein spannendes Thema, das auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Ob das aufgezeigte Szenario realistisch ist, darüber lässt sich streiten. Hin und wieder finden sich meines Erachtens zu reißerische bzw. überspitzte Szenen, auf die getrost verzichtet hätte werden können. Auch den manchmal etwas zu langatmigen Personenbeschreibungen hätten eine Kürzung nicht geschadet. Ansonsten aber ein sehr gut gemachter Katastophenthriller, der ganz bewusst mit den Ängsten der Leute spielt und den ich mit Spannung gelesen habe.
Endzeitszenario im Schwarzwald: morgens um 7 geht am 23. Mai das Licht aus: der Strom ist weg, damit bricht die Wasserversorgung zusammen, die Computersysteme versagen alle: die Flugzeuge stürzen ab. Binnen weniger Stunden zerbricht die Zivilisation: alle Regeln gelten nicht mehr. In einem kleine Dorf im Schwarzwald versuchen die Menschen, mit dem Chaos zurechtzukommen: einige nutzen die Situation schamlos aus, sich zu bereichern, andere versuchen, die Lage auf vernünftige Weise in den Griff zu bekommen. Ein Kaleidoskop von Geschichten breitet sich vor dem Leser aus.
Zu lang? Nun, natürlich hätte man den einen oder anderen Erzählstrang weglassen können, aber in einer Welt, in der alles zusammenbricht, gibt es unendlich viele Geschichten zu erzählen, ich hätte noch einige mehr vertragen.
Das Ganze bietet jedenfalls genug Stoff für Albträume und Zukunftsängste; ich ertappte mich bei der Überlegung, wie lange unsere Vorräte im Keller wohl reichen würden, und was ich für den Notfall lieber noch einkaufen sollte… Keine erbauliche Lektüre: ich bin um jeden Tag froh, an dem ich so etwas nicht erleben muss. Trotzdem gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung; einen Punkt Abzug für den manchmal fast unerträglichen Pathos
Ein großes Buch mit vielen und vor allem engbeschriebenen Seiten. Die Geschichte an sich ist schon ganz gut, nur leider sind die einzelnen Geschehen und Charaktere sehr genau beschrieben, was das Lesen sehr langatmig macht. Bis ca. Seite 350 habe ich mehrmals überlegt das Buch nicht mehr weiter zu lesen, da es sich wie ein Kaugummi in die Länge zog. Gut, dass ich durchgehalten habe, denn es wurde noch spannend. Am Ende fügten sich dann die kleinen einzelnen Geschichten zusammen. Leider war nichts darüber zu lesen, wie es denn nun den beiden Schülern, Axel und Lars, ergeht, denn diese haben ja das ganze Chaos verursacht. Was ging wohl in deren Köpfen vor??? Man kann sich das ja so ungefähr erahnen.
Mich hat das Buch sehr nachdenklich gemacht. Wie schnell, ob nun versehentlich, oder gar bewusst, können wir uns in mittelalterlichen Verhältnissen wiederfinden?? Wie abhängig sind wir wirklich von der Computerie??Man macht sich ja nicht wirklich ein Bild über so ein Ausmaß, man lebt halt ganz selbstverständlich damit und ist schon halb zerstört, wenn der eigene Rechner mal nicht so funktioniert wie er sollte. WAS ABER WENN WIRKLICH GAR NICHTS MEHR GEHT???Hoffen wir mal, dass alles immer schön läuft. 
Abzüge in der Punkteverteilung musste ich aber dennoch machen, weil die ersten 300 Seiten einfach mal zu langatmig waren.
Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.
Durch einen harmlosen Computerstreich zweier Teenager wird ein weltweiter Virus ausgelöst, der zur Folge hat, dass an einem 23.Mai um 7.00 Uhr morgens sämtliche Computernetze abstürzen. Die Strom- und Wasserversorgung bricht zusammen, Flugzeuge stürzen vom Himmel, Atomkraftwerke explodieren.Innerhalb weniger Stunden herrscht Chaos auf der Erde, es kommt zu Plünderungen, Mord, Vergewaltigung, der moderne Mensch entwickelt sich zum Tier. In den Städten verhungern die Leute, jediglich auf den Dörfern versuchen die Einwohner durch Ackerbau und Viehzucht zu überleben.
Der Autor Michael Tietz beschränkt sich hauptsächlich mit der Auswirkung dieser Katastrohe auf ein kleines Dorf im Schwarzwald, Wellendinggen, und der Rückreise eines Dorfbewohners, Hans Seger, welcher sich beruflich in Schweden aufhielt, zu seiner Familie.
Für ein Erstlingswerk ist dieser Roman ausgesprochen gut, spannend und gut konstruiert, an einigen Stellen allerdings etwas langatmig, so 200 Seiten weniger hätten es auch getan. So führt der Autor häufig Personen ins Geschehen mit ein, nur um sie kurz darauf sterben zu lassen. Auch hätte ich mir gewünscht, das er gewisse Handlungsstränge zu Ende führt. Was ist beispielsweise aus Tina in Schweden geworden, oder Dr.Stiller? Ebenfalls hat mich gestört, das Tietz nicht auf ein Handeln der Regierung eingegangen ist, Militär und Polizei versagen einfach, Schluß aus. Auch die Schnelligkeit mit der er die Katastrophe vorantreibt finde ich unglaubwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, das unsere Zivilisation schon nach wenigen Stunden Stromausfall zusammenbricht und das aus fast allen Menschen Bestien werden. Die Stärke des Romans liegt sicherlich in der Beschreibung der Dorfgemeinschaft, hier sind die Charaktere gut durchdacht und glaubwürdig.
In dem Buch geht es darum, dass zwei Jungen durch eine Fehlangabe eines Datumes einen Computervirus auf der ganzen Welt auslösen, der alles lahm legt. Es gibt kein Strom mehr, Handys und Telefone funktionieren nicht mehr...
Das Cover des Buches hat mich sehr angesprochen. Die Seiten des Buches machten mir zuerst Angst, denn es sind über 800. Weiterhin hat das Buch nicht die normalen Maße eines Taschenbuches, sondern ist wesentlich größer. Umso mehr Seiten sind es also zu lesen. Aber wenn ein Buch gut ist, stört einen das auch nicht.
Den Prolog und die ersten Seiten des Buches kannte ich bereits aus der Leseprobe. Diese sind sehr spannend dargestellt und geben einen erste Eindrücke über die Situationen in den Dörfern. Wie die Menschen leben müssen. Das Buch ansich ist auch über 800 Seiten immer wieder spannend geschrieben, aber es gibt auch etliche Textstellen, die der Autor hätte weglassen können, Personen, die er hätte auslassen können. Dadurch wirkt das Buch zeitweise sehr sehr langgezogen. Ich habe zeitweise schon ganze Sätze übersprungen, weil diese wiederum nichts neues brachten.
Ansonsten finde ich den Hintergrund der GEschichte sehr gut. Denn dadurch erfährt man wieder, in was für einem "Luxus" wir heute leben und wie normal dies alles geworden ist, im Gegensatz zu früher. Weiterhin denke ich, kann diese Geschichte uns auch im wahren Leben treffen. Und dieses regt sehr zum nachdenken kann.
Insgesamt muss ich sagen, dass dieses Buch gut und leicht geschrieben war, ich es spannend fand, aber der Autor hätte einige PAssagen gerne weglassen können, um das Buch insgesamt besser darstellen hätte können. Ich empfehle es für alle, die gerne Thriller lesen. Bemerkung: Zuerst habe ich gedacht, es geht in die Richtung Science-Fiktion. Aber das tut es garnicht.
Stelle dir vor du sitzt morgens am Esstisch und der Strom fällt aus. Du hast weder Telefon noch Handy. Das fließende Wasser funktioniert nicht mehr und dir fehlt jegliche Information warum es so ist.
Stelle dir vor, dass abends noch immer nichts der Dinge funktioniert und du kannst dir nicht erklären warum.
Und ganz nebenbei bemerkst du, dass der Himmel frei von Flugzeugen ist und etliche abgestürzt sind. Vielleicht sogar in deinem Wohnort....
Was geht dir durch den Kopf, was denkst du und vor allem was tust du oder anders ....was wirst du tun?
Vor allem aber....wann wirst du es tun?
Zwei Schüler - 1 Computervirus = totale globale Eskalation
Aufgrund der Faulheit zweier Schüler, wird ein Virus auf die Reise geschickt - was nach 40 Tagen den Schulcomputer lahmlegen und Daten vernichten soll. Nach 40 Tagen versagen ebendiese Schüler bei der Klausur, der Virus allerdings versagt nicht, denn durch einen Fehler hat er noch 360 Tage Zeit sich zu verbreiten. 400 Tage , um einen globalen Albtraum zu erschaffen.
Am 23. Mai steht die Welt ohne Grundversorgung ( Wasser, Strom, Lebensmittel, etc ) da und anhand, des Dorfes, Wellendingen zeichnet der Autor Michael Tietz eine erschreckende Sozialstudie.
Da niemand genau weiß was geschehen ist und wie lange dieser zustand bestehen bleibt, organisiert sich Wellendingen und man versucht sich mi den Begebenheiten zu arrangieren - egal für wie lange.
Schnell erkennt man, dass es ein Dauerzustand bleiben wird und hier zeichnet sich ab was zwangsläufig passieren muss.
Die Menschen splitten sich - die einen im Team zum Guten. Die anderen alleine oder im Team zum Schlechten.
Anschaulich, erschreckend, grausam und duster....aber immer mit der Hoffnung im Rücken...beschreibt der Autor den Untergang und die Neugestaltung einer sozialen Gesellschaft.
Im Mittelpunkt des Romans steht Wellendingen und seine Bewohner. Die Hauptprotagonisten und das Dorf werden sehr plastisch, sympathisch, persönlich , menschlich und warm beschrieben. Die “bösen Buben” dementsprechend grausam und hart.
Der Autor besitzt die Gabe den Leser in seinen bann zu ziehen und schafft es spielend, dass man sich eingebunden - mittendrin fühlt. Er transportiert die Gefühle des Buches, der Menschen....direkt in den Leser.
Zwischen den Kapiteln um Wellendingen erfahren die Leser wie das Geschehen weltweit greift und auch hier vergisst Michael Tietz kein Detail.
Denn viele Menschen leben noch immer im Einklang mit der Natur ,ohne jegliche Technik und hier geht das Leben normal weiter.
Er zeigt mit dem Finger indirekt auf unsere technisierte Welt.
So erfahren wir als Leser auch von der beschwerlichen Heimreise eines Hauptdarstellers.
Ein wirklich gelungener und empfehlenswerter Roman über einer technisierte Welt und deren Verfall, über die Menschen und dem Umgang mit einer solchen Katastrophe und dem Fingerzeig, dass man zusammenrücken muss , um eine solche Sache gut zu überstehen oder gar zu überleben.
Ein Roman der Angst macht und diese Angst bis zur letzten Seite aufrecht erhalten kann.
Auf 837 Seiten zeigt Michael Tietz eine neue Zeitrechnung und was diese mit Menschen anstellen kann. Vielleicht überspitzt er die Anfänge ein wenig, denn für mich ist es unvorstellbar, dass nach nur 5 Stunden Plünderungen, Morde und Gewalttaten vorherrschen. Allerdings weiß man ja nie wie Menschen in solchen Stress - und Angstsituationen reagieren.
Und nach einigen Tage ist dies für mich realistisch dargestellt, wenn man ums blanke Überleben für sich und die Familie kämpft.
Für mich ein grandioses Debut, mit einigen Längen, die allerdings nie wirklich langweilig waren. Ein Buch, dass mich gefesselt hat - weiterhin fesseln wird und ein großes Gesprächsthema im Familien - und Freundeskreis geworden ist.
Denn... sollte es geschehen....was brauche ich dann am nötigsten und wie schnell muss ich es besorgen....was muss ich wie machen um meine Familie zu beschützen und zu ernähren?
Und werde ich es dann zusammen mit allen gut überstehen??
( Aber auf jeden Fall )
Lesen sie dieses Buch - sie werden es nicht bereuen!!
So unwahrscheinlich die Geschichte mit dem Computervirus auch erscheinen mag, die Vorstellung ist reizvoll und durchaus interessant. Allerdings muss ich mich doch sehr darüber wundern, dass bereits nach zwei Stunden Stromausfall Supermarktfilialen geplündert und Menschen erschossen werden..
Dennoch fand ich das Buch gut, man konnte sich in andere andere Welt rein versetzen, es ist keine alltägliche Geschichte.
Teilweise fand ich die Charaktere etwas langweilig, aber dennoch werden sie jeder einzeln beschrieben.
Ich konnte mich gut hineinversetzen und habe oft daran gedacht, was wirklich in so einer Situation wäre. Ein wirklich lesenswertes Buch, bin gespannt auf weitere Titel des Autors.
War sehr überrascht und positiv überzeugt! Ein gut lesbares Buch! Werde auf jedenfall weitere Bücher von dem Autor lesen.
Rattentanz
Zwei Teenager haben nichts für Prüfungen übrig und entwickeln einen Virus, der am Tag der Prüfungen den Schulcomputer ihres Gymnasiums lahm legen soll. Welcher Teeny träumt nicht davon? Allerdings unterläuft ihnen ein Fehler. Anstelle dem Virus für seine Verbreitung 40 Tage Zeit zu geben, mischt sich noch eine Null an die Zahl und so aktiviert er sich erst nach 400 Tagen. Das ist der Startschuss um sich in der ganzen Welt zu verbreiten, bis er am 23. Mai aktiv wird und das Stromnetz und den Rest der gesamten Welt außer Kraft setzt. Alles verliert sich, nichts funktioniert mehr….und nun?
Mein Fazit:
Eine super Idee! Gefällt mir sehr. Erstmal darauf kommen. Haben wir uns nicht alle schon mal überlegt, was passiert, wenn die Strom- und Wasserversorgung komplett ausfällt? Ohne Licht, Strom, Wasser, Handy, PC, Radio, Fernseher, Geld etc. auskommen zu müssen und somit auch ohne Nachrichten und Informationen zu sein und nicht zu wissen, was los ist? Eine grauenhafte Vorstellung. Wer könnte Problemlos mit diesen Auswirkungen leben? Genau diesen Alptraum schildert Michael Tietz in seinem Debütroman. Und dies mit einer Intensität, dass einem nur angst und bange werden kann. Der Autor beschreibt sehr gut das Verhalten der Menschen, die sich in diesem Ausnahmezustand befinden. Da werden normale Bürger schon mal zu Plünderern oder gar Mördern. Im Buch finden wir immer wieder die Erzählungen einer einzigen Stadt, gepaart mit den Geschehnissen auf der ganzen Welt. Und immer verfolgt den Leser diese 'Endzeitstimmung', die düstere Atmosphäre und die Angst davor, dass so etwas wirklich mal passieren könnte. Durch einen einfachen und spannenden sowie mitreißenden Schreibstil hat der Leser schnell das Gefühl, selber Mittelpunkt der Geschichte zu sein und nicht selten fragt man sich 'Was würde passieren, wenn eine solche Katastrophe wirklich werden würde?' Genau diese Frage, sorgt dafür, dass man sich viele Gedanken macht und sich schon sehr unwohl in der Medienorientierten Welt fühlt. Sorgen, Nöte und Ängste der Menschen werden in diesem Buch, in einer beklemmend niederschmetternden Bildhaftigkeit geschildert, dass man geneigt ist sich umgehend Vorräte zu schaffen, sollte eine solche Katastrophe tatsächlich eintreffen!
Also 5 Sterne von mir für die Idee und die Umsetzung der Folgen aber nun zur Kritik.
In der Leseprobe, habe ich schon vermutet, dass man unheimlich viele verschiedene Menschen kennen lernt und genau das war der Fall. Es tut mir Leid, aber das hätte man einfach kürzer fassen können. Thomas hat man so ausführlich kennengerlernt, das ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wann der Teil kommt, wo es zu gebrauchen ist. Aber Fehlanzeige. Ein drittel über Thomas und auch die anderen Personen hätte mir vollkommen gereicht. Dadurch zog sich das Buch an manchen Stellen unnötig, sodass es manchmal etwas langweilig wurde. Also ich glaube einfach das 150 Seiten weniger, es auch getan hätten. Man ahnte es schon als man den dicken Wälzer in den Händen hielt. Einige Schicksale z.b von Glück fand ich sehr schön und berührend aber auch noch Polizisten, Ärzte Schwestern usw.…..so genau kennen zu lernen, hat mich gelangweilt….Aber ansonsten wie gesagt ne tolle Geschichte. Deshalb drei Sterne von mir und auch eine Empfehlung. Es lohnt sich!
Ein Computervirus sorgt für einen weltweiten Stromausfall. Nun bricht das Chaos aus - es gibt kein Strom, kein Wasser, das Telefon funktioniert nicht mehr, Flugzeuge stürzen ab und das Krankenhaus ist überfüllt.In immer wechselnden Perspektiven erzählt Michael Tietz von den Menschen in einem kleinen Dorf in der Schwäbischen Alb.
An sich ist die Idee gut, nur leider nicht gut umgesetzt. Die Geschichte ist langatmig, ich habe mich beim querlesen erwischt. Ständig springt der Autor zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her. Zwar mag ich durchaus auch wechselnde Erzählperspektiven, aber hier ist es nicht sehr geschickt umgesetzt.
Manches erscheint mir auch unglaubwürdig. Als Beispiel nenne ich da diese Jugendbande,die sich eine Pistole besorgt hat und nun anfängt, Leute zu überfallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nur kurze Zeit nach dem Stromausfall solche Gewalttätigkeiten entstehen. Meines Erachtens muss sich diesbezüglich das Chaos erst entwickeln.
Eine Kürzung des Romanes hätte der Geschichte sicher gut getan. Schade.
In dem Buch "Rattentanz" von Michael Tietz geht es um eine kleine Familie und deren Dorf, das nach einem "Schülerstreich" einen globalen Alptraum erlebt. Alle Menschen auf der ganzen Welt trifft es gleich und sie müssen von einer Minute auf die Andere lernen, sich ohne Strom, Wasser und alle anderen Annehmlichkeiten unserer schönen Konsumgesellschaft zurechtzufinden. Da dieser Zustand von nun an Normalzustand ist, werden viele Ideen umgesetzt, die das Leben wieder in geordnete Bahnen bringen soll, aber das dauert und es passieren einige unvorhergesehene Dinge....
Der Roman ist sehr spannend und liest sich leicht, in einer Sprache, die sehr fesselnd ist. Der Autor beschreibt die Situationen und auch mitwirkende Personen sehr genau und aus verschiedenen Sichtweisen, was einerseits dazu führt, dass man beim Lesen wirklich ganz und gar in die Geschichte eintaucht, manchmal war es für mich aber etwas zu langatmig. Ich denke manche Stellen hätte man wirklich etwas kürzer halten können, besonders über jene Personen, die auf der nächsten Seite eh' tot waren, hätte Tietz meinetwegen nicht unbedingt noch eine ausführliche Lebensgeschichte oder Personenbeschreibung zu Papier bringen müssen. Durch den Umstand der genauen Beschreibung jeder Szene war mir der erste Teil manchmal etwas zu grausig und ich finde das ist nichts für ganz zart besaitete Leser.
Alles in allem ein sehr gelungenes Erstwerk, das mich die letzten eineinhalb Wochen oft zum Nachdenken und Diskutieren angeregt hat. Michael Tietz wird mir im Gedächtnis bleiben und ich werde mich in Zukunft immer wieder mal nach Büchern von ihm umschauen, obwohl dieses Genre von mir nur ab und zu gelesen wird.
Die ersten Worte, die mir zu diesem Buch einfallen: Wow, was für eine Geschichte! Ich bin tief beeindruckt vom Michael Tietz Erstlingswerk, auf der anderen Seite aber auch zutiefst erschrocken. Allein die Vorstellung dieses Szenarios, das geschildert wird, löst blankes entsetzen in mir aus. Denn die gesellschaftlichen Grundwerte, wie wir sie kennen, sind nach der Katastrophe außer Kraft gesetzt, die Bevölkerung fällt zurück in einen Zustand archaischer Grundtendenzen. Angst, Rücksichtslosigkeit, Gewalt, Hunger und Mord dominieren nun in dieser neuen Gesellschaft. „Du bist allein auf dich gestellt, niemand wird dir helfen“ sind nun die vorherrschenden Gedanken. Jeder denkt nur noch ans eigene Überleben.
In der ersten Hälfte des Buches waren mir die Brutalitäten zu extrem, was aber allein dadurch zustande kommt, dass Tietz bis ins kleinste Detail die Veränderungen der Menschen und der Umwelt protokolliert. Die zweite Hälfte des Buches, als sich die Situation so langsam wieder beruhigt und sich eine neue Ordnung bildet, hat mir daher um einiges besser gefallen.
Man merkt diesen Wandel auch an den Hauptcharakteren, von denen es einige gibt, denn das ganze Buch ist in mehrere Handlungsstränge geteilt, die zum Ende hin zusammengeführt werden. Am Anfang merkt man den Personen den tief sitzenden Schock über das Geschehene deutlich an, aber auch die Hoffnung darauf, dass bald alles ist wie vorher. Schnell wird jedoch klar, das die Normalität, die sie bisher kannten, nie wieder zurück kehren wird. Bei einigen schlägt diese Erkenntnis in Resignation um, bei anderen wiederum in die Energie eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen. Alles in allem fand ich die Charaktere des Buches sehr gelungen, auf den über 840 Seiten hat der Leser genug Zeit jede Person gut kennenzulernen. Einzig die Figur des Thomas Bachmann fand ich ziemlich nervig. Das ewige hin und her der Stimmen in seinen Kopf konnte ich irgendwann nicht mehr ertragen.
Alles in allem ein wirklich gelungenes Buch, dass mir persönlich von der Geschichte her noch besser gefallen hat als Kings „Puls. Auf jeden Fall regt das Buch zum nachdenken an, denn diese nicht ganz abwegige neue Realität ist extrem erschreckend. Trotz der kleinen Mankos, die ich oben genannt habe, gebe ich volle Punktzahl!
Eine Null zuviel und ein Computervirus hat Zeit, sich über die ganze Welt zu verbreiten. Er wird statt nach 40 Tagen nach 400 Tagen aktiviert und legt alles lahm. Nichts geht mehr - kein Telefon, kein Wasser, kein Strom. Flugzeuge stürzen vom Himmel, Schiffe kollidieren - alles, was irgendwie von Computern gesteuert wird, fällt einfach aus, irreparabel.
Ein kleines Dorf im Südschwarzwald und hier eine kleine Familie, stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Hans ist zum Zeitpunkt des GAUs gerade in Schweden und versucht von dort aus wieder zurück zur Familie zu kommen und Eva, versucht erst noch im Krankenhaus ihr Letztes zu geben, bevor sie versucht zu ihrer Tochter zu kommen.
Der Autor hat es geschafft eine bedrückende Stimmung zu erzeugen. Er hat aufgezeigt, dass Menschen zu Tieren werden können, wenn sie vor Hunger und Durst fast umkommen. Er zeigt aber auch, dass man überleben kann - nicht als einzelnes Individuum sondern als Gemeinschaft, wenn das WIR in den Vordergrund tritt. Mit Ruhe und Entschlossenheit gewinnen die Wellendinger den Kampf gegen die Gewalt, vorerst.
Nach dem Lesen des Nachwortes konnte ich feststellen, dass bei mir genau das angekommen ist, was der Autor auch zum Ausdruck bringen wollte.
Trotzdem habe ich zwei Kritikpunkte:
Die Geschichte war an einigen Stellen einfach zu ausführlich und langatmig. Die zweite Hälfte des Romans zog sich zu sehr in die Länge, hier habe ich einige Stellen nur noch überflogen.
Ich hätte mir gewünscht, dass auch in Kurzer Blick noch mal auf die Schüler geworfen wird, ohne erhobenen Zeigefinger. Wie wäre ihre Reaktion gewesen, hätten sie begriffen, dass es ihr Virus war?
Insgesamt ein guter Debütroman, der kürzer hätte sein können, ohne an Aussage zu verlieren.
Axel ist kein guter Schüler, aber Computerexperte. Klausuren stehen an. Er entwickelt einen Virus, der sich im Schulnetzwerk breit machen und es lahmlegen soll. Leider unterläuft ihm aber ein Schreibfehlerchen (eine Null zuviel im Zeitzünderprogramm), und so werden die Prüfungen ohne Zwischenfälle abgehalten.
Am Tag X fallen pünktlich um 7:00 Uhr weltweit alle Systeme aus.
Über dem ländlichen Südschwarzwald stürzen Flugzeuge ab. Die Einwohner eines kleinen Ortes entgehen knapp einer Katastrophe. Der Autor stellt die Menschen mit feiner, nuancenreicher Sprache überzeugend dar. Unterschiedlichste Charaktere, in allen Facetten glaubhaft gezeichnet, wachsen dem Leser sofort ans Herz. Das ist eine absolute Stärke dieses Romans.
Susanne und Frieder Fausts Ehe ist eine reine Zweckgemeinschaft. Susanne ist ein bisschen dümmlich; er dagegen gibt sich, da Verdiener, als berechtigtes Familienoberhaupt. An seinem erwachsenen, immer noch arbeitslosen Sohn beißt er sich allerdings die Zähne aus.
Ausgerechnet ein psychisch kranker Mann bleibt mit seinen Phobien im Aufzug stecken. In seinem Kopf leben drei Stimmen, die da ein Eigenleben zu führen scheinen.
Ein Blick in die Welt nach Moskau, Neapel, Frankreich, USA, zum Balkan und nach China zeigt, dass weder Regierungen noch Militärs die Situation in den Griff bekommen. In Frankreich explodiert trotz Notstromaggregat ein Kohlekraftwerk.
Dem Autor gelingt es tatsächlich, den Leser über 800 Seiten (!!) zu fesseln. Zum einen spinnt er einen kontinuierlichen Handlungsfaden - die Dorfgemeinschaft mit den bekannten Charakteren -, zum anderen stellt er in kurzen Episoden viele Schicksale dar, die uns erschüttern. Das Salz in der Suppe dieses Romans sind viele erzählte Kleinigkeiten: Nahrungsmittel und Medikamente sind bald aufgebraucht, aber dann mangelt es auch an Haftcreme für die dritten Zähne ...
Das Thema dieses Romans ist die interessante Frage, wie die Menschen des 21. Jahrhunderts damit fertig werden, wenn sie innerhalb einer Sekunde ins Mittelalter katapultiert werden und alle Annehmlichkeiten der Moderne verlieren. Sie müssen neu leben lernen. Dabei verändern sie ihr antrainiertes gewohntes Miteinander. Beeindruckend sind die Charaktere, die sich treu bleiben und Mitmenschlichkeit bis an die Grenze ihrer eigenen Kräfte aufbringen. In Dorfgemeinschaften rücken die Einzelnen näher zusammen. In der Anonymität der Großstädte herrschen dagegen Anarchie und Krieg: die Apokalypse.
Ein faszinierender, fesselnder, Atem raubender Roman. Keine Seite wirkt in die Länge gezogen. Die Geschehnisse sind realitätsnah mit passenden Dialogen und Ortsbeschreibungen gestaltet. Herausragend finde ich, wie Michael Tietz Verhaltensmuster von Menschen in extremen Notsituationen entwickelt. In absoluter Gesetzlosigkeit können Selbsterhaltungstrieb und das nun unkontrolliert durchsetzbare Recht des Stärkeren den Menschen zum Tier werden lassen. Die vielen Beispiele, in denen Menschen über sich hinauswachsen und unter eigenen Entbehrungen Hilfsbereitschaft aufbringen, machen Mut.
http://www.buecherrezensionen.org/
Ich habe mich sehr über das Buch gefreut, da ich die Leseprobe super spannend fand!
Die ersten 300 Seiten fand ich auch überraschend gut und gelungen.
Bereits gleich zu Beginn gab es die große Katastrophe: durch einen Jungen-Streich ist weltweit
der Strom ausgefallen. Mit dem Strom natürlich auch Wasser, Heizung, usw...
Eigentlich nicht weiter schlimm. Aber was, wenn das ganze nicht Tage oder Stunden, sondern
Wochen und Monate dauert?
Das alles erlebt ein kleines Dorf im Schwarzwald - Wellendingen.
Die wenigen Bewohner des Dorfes stehen vor der Aufgabe ihres Lebens...
Wie schon erwähnt, hat mir die erste Hälfte wirklich gut gefallen. Es kamen zwar sehr viele unterschiedliche Personen vor aber es war dennoch überschaubar.
Die zweite Hälfte habe ich manchmal nur noch quergelesen und ich glaube, ich habe auch nichts verpasst 
Ich finde, dass das Buch zu viele Seiten hatte und man das Ganze locker hätte kürzen können.
Für mich als Leser bleiben am Ende doch einige Fragen offen, was ich immer sehr schade finde.
Was ist zum Beispiel mit den "Tätern" passiert? Darüber hätte ich wirklich sehr gerne mehr erfahren.
Von mir gibts 7 von 10 Punkten! Und für ein Debütroman ist es auf alle Fälle lesenswert 
Inhalt:
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23. Mai, 07:00 Uhr. An einem ganz normalen Frühlingsmorgen beginnt der globale Albtraum: Das weltweite Stromnetz bricht von einer Sekunde auf die andere zusammen. Sämtliche Kommunikationssysteme kollabieren, urplötzlich stürzen Flugzeuge vom Himmel, innerhalb von Stunden regieren Chaos, Gewalt und Anarchie. Es geht um das nackte Überleben in einer bis dahin unbekannten Welt - aber nur die wenigsten scheinen dieser Herausforderung gewachsen. Gibt es Hoffnung für die Menschheit oder werden am Ende nur die Ratten triumphieren? Ein intelligenter, mitreißender Thriller über den totalen Blackout und eine Zivilisation am Scheideweg zwischen Hightech und Mittelalter. Gnadenlos spannend!
Wellendingen, ein idyllisches Dorf im Südschwarzwald: Hans Seger ist beruflich in Schweden unterwegs, seine Frau Eva hat Frühdienst im Donaueschinger Krankenhaus. Ihre Tochter, die siebenjährige Lea, ist bei Nachbarn. Eigentlich scheint alles in bester Ordnung ... bis am Morgen des 23. Mai plötzlich der Strom ausfällt. Der Verkehr bricht zusammen, Telefone und Computer stehen still, Kühlschränke verweigern ihren Dienst, Supermarkttüren öffnen sich nicht mehr. Der wirksamste Computervirus, der je ersonnen wurde, schleudert die Welt zurück ins tiefste Mittelalter. Als der erste Jumbojet vom Himmel fällt, dämmert der Dorfgemeinschaft, dass nichts mehr so sein wird wie es einmal war ... Innerhalb weniger Stunden zerbricht das so stabil erschienene Gerüst unserer modernen Gesellschaft. Jeder ist sich plötzlich selbst der Nächste. Eine Schlacht bahnt sich an, in der alle bisherigen Werte nicht mehr zählen. Für Eva und Hans Seger beginnt ein Überlebenskampf, auf den sie niemand vorbereitet hatte. Alles andere wird unwichtig, tritt hinter dem einen Ziel zurück: Heimkehr nach Wellendingen, zu ihrer Tochter Lea. Der Weg nach Hause entpuppt sich sowohl für Eva als auch für Hans als Trip durch die Hölle ...
Meine Meinung:
Michael Tietz hat mit „Rattentanz“ ein aufwühlendes, sehr realistisches und beklemmendes Buch geschrieben.
Völlig atemlos wird der Leser im Sog der Geschichte rund um den Überlebenskampf einer Familie gezogen.
Durch die zwei Erzählstränge gewinnt der Leser verschiedene Einsichten in die Handlung und dadurch wirkt alles auch sehr real und nachvollziehbar.
Tietz Schreibstil ist prägnant, authentisch und passend zum Szenario stellenweise verstörend.
Durch „Rattentanz“ merkt man erst wie schnell etwas Erschreckendes zur Realität werden kann. Sehr beklemmend und nachdenklich machend.
Ein atemberaubendes Buch, dass trotz der Seitenanzahl von 825 schnell zu lesen ist und keinerlei quälende Längen besitzt.
Ich hoffe sehr auf weitere Bücher eines so exzellenten Autors. „Rattentanz“ berührt und ist deswegen für mich ein ganz besonderes Highlight!
5 von 5 Sternen!
Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, so dachte man früher. An diesem Morgen um sieben brach das Chaos aus. Nichts funktionierte mehr, kein Radio, kein Telefon, keine Kaffeemaschine, kein Toaster, kein Kühlschrank, kein Fernsehgerät kurzum kein Strom, kein Wasser, Flugzeuge fielen von Himmel und was die Menschen nur allmählich begriffen wurde Gewissheit, eine neue Zeitrechnung begann.
Aus einem Schülerstreich war bitterer Ernst geworden. Mittelpunkt des Geschehens ist ein kleines Dorf in der Schwäbischen Alb zwischen Donaueschingen und der Schweizer Grenze namens Wellendingen, deren Einwohner genau wie in jedem Dorf, in jeder Stadt auf dieser Welt es jede Menge Tote gab,Verletzte und in Panik geratene Überlebende, die mit dem Hunger kämpften.
Michael Tietz schafft mit seinem Roman ein wahres Höllenszenario. Mord und Todschlag, kein Rechtswesen, Brutalität an allen Ecken und Enden, Plünderungen, um sich schießende Horden. Man traute sich beim Lesen kaum zu atmen und beobachtet mit Entsetzen die Folgen einer globalen Katastrophe. Aus zivilierten Menschen werden Monster, aus Familienväter Mörder. Der Hunger und die Angst diktiert jede Handlung. Kann es sein, dass das Fehlen einer kleinen Null den Niedergang unserer Kultur verursacht? Ich wage nicht darüber nachzudenken, aber der Autor sagt ihm war nicht so wichtig das wie zu beschreiben, sondern das danach. Und das läßt mir die Haare zu Berge stehen. Unvorstellbar? Vielleicht ein wenig übertrieben? Ich will keinen Beweis dafür, aber die Geschichte verfolgt mich im Alltag. Ich laufe durch den Supermarkt und frage mich was wäre, wenn alle Regale geplündert und leer wären, es keinen Nachschub gäbe. Wie weit kann der Hunger einen Menschen bringen? Ich sehe mich im Garten stehen, dessen Blumen- und Rasenbeete sich in Gemüsebeete verwandelt haben,die ich mit der Waffe verteidigen muß, damit wenigstens eine kleine menschliche Gemeinschaft überleben kann. Geld wird zu dem was es eigentlich auch ist, Papier, das man nicht essen kann.
Was in der ersten Hälfte des Buches so düster und brutal die Welt erblickt, mäßigt sich durch die kleine Gemeinschaft in Wellendingen, Menschen mit Stärken und Schwächen, die begreift, dass nur der Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe das Überleben ermöglicht. Gewalt von außen gilt es zu bekämpfen, vorhandenes Leben zu schützen. Liebe überwindet riesige Entfernungen, die Welt aus Sicht eines Kindes verhilft zum neuen Zuhause. Die Hoffnung auf ein Weiterleben nimmt Formen an. Allmählich beruhigen sich meine Nerven wieder etwas.
Ein aufrüttelnder Thriller, der nachdenklich macht, trotz 825 Seiten keine Minute langweilig wird und dabei flüssig zu lesen ist. Spannend bis in die Haarspitzen. Doch einige Fragen bleiben unbeantwortet. Was ist aus den Verursachern des Zusammenbruchs geworden? Welche Auswirkungen hatte die Explosion des Kraftwerks in Frankreich? Hätte man dies nicht weiterspinnen müssen? Wären nicht auch Seuchen an der Tagesordnung? Ich hätte gerne noch einige Seiten mehr gelesen, wenn diese Fragen damit abgeklärt worden wären. Dennoch ein faszinierendes Buch zum weiterempfehlen und ein beachtenswertes Debüt.
Michael Tietz hat hier ein beeindruckendes Buch geschaffen, das einen sehr nachdenklich und aufgewühlt zurücklässt. Durch einen simplen Computervirus hört die Welt, wie wir sie kennen, auf zu existieren - ein kompletter, globaler Stromausfall "knipst" das moderne Leben im wahrsten Sinne des Wortes einfach aus.
In zwei Erzählsträngen geht es um die Geschichte der kleinen Familie Seger, bestehend aus Hans und Eva sowie Tochter Lea, und wie die drei durch die Katastrophe getrennt werden. Hans versucht verzweifelt, aus Schweden wieder nach Hause ins schwäbische Wellendingen zu kommen, Evas Weg ist kürzer, sie ist "nur" 20 km von ihrem Zuhause entfernt, was den Weg aber nicht weniger gefährlich macht, da sich nach dem Stromausfall zunehmend chaotische Verhältnisse entwickeln. Raub, Mord, Vergewaltigung bestimmen immer mehr den Alltag der Menschen. Ich kann die vereinzelten Stimmen der Rezensenten nicht nachvollziehen, die dieses Szenario für etwas übertrieben halten, wenn ich im realen Leben aus der Tagesschau erfahre, dass gestern "mal eben so" drei Menschen gestorben sind, weil die Griechen nicht sparen wollen.
Es ist also leider erschreckend real, was der Autor schildert - und das tut er meisterhaft. Er nimmt sich Zeit für seine Figuren, baut sie sorgsam auf - ganz und gar Thriller-untypisch - und haut einem dann zackzackzack wieder Action um die Ohren, dass einem ganz schwindelig wird. Ich habe diese Mischung sehr genossen, Längen konnte ich keine feststellen, ich fand das Ganze dramaturgisch sehr ausgefeilt. Die Figuren haben Tiefgang und sind keine Superhelden, sondern ganz normale Menschen, die sich im Lauf der Geschichte entwickeln, die Story ist gnadenlos spannend und die kurzen Streiflichter, in denen man erfährt, was anderswo gerade auf der Welt passiert, haben mir sehr gut gefallen. Auch der Ullstein Verlag verdient Lob: schöne Aufmachung mit Klappenbroschur, interessantes Cover mit Glanz-/Matteffekten und das Buch lässt sich trotz der Dicke super aufschlagen, ohne dass man brutal den Rücken brechen muss.
Fazit: Ein Buch, das ich auf jeden Fall irgendwann nochmals lesen werde. Super Story, phantastisch erzählt!
Nach 400 Tagen wirkt sich ein Schülerstreich fatal aus: auf einen Schlag fällt um 7 Uhr morgens die Welt ins finstere Mittelalter zurück, denn es geht buchstäblich nichts mehr. Dies passiert gleich am Anfang des Buches, und wir erleben auf 800 ebenso spannenden wie verstörenden Seiten mit, wie viele (aber nicht zu viele) Personen versuchen, mit der neuen Situation zurecht zu kommen, und um ihr Überleben kämpfen – die meisten davon erfolglos. Da ist kein happy end zu erwarten, und es gibt auch keines, wenn man einmal davon absieht, daß sich eine zum Zeitpunkt der Katastrophe räumlich getrennt wordene Familie schließlich doch wiederfindet.
Ich habe schon viele Dystopien und Apokalypsen gelesen, aber was dieses Meisterwerk so erschreckend macht, ist das nicht allzu weit hergeholte Szenario, das für die meisten von uns realistisch genug ist, um es dem Autor abzukaufen, und dabei zu wissen, daß wir selbst auch nicht auf das Überleben in solch einer Welt vorbereitet sind. Erschreckend auch, daß die im Nachwort befragten Fachleute nicht wirklich ausschließen können, ob ein Computervirus tatsächlich Auswirkungen in solch einer Dimension haben könnte.
Für mich ist außerdem erstaunlich, daß es sich hier um das Erstlingswerk eines bis dato unbekannten Autors handeln soll, der "nur" gelernter Krankenpfleger ist und keine schriftstellerische Vergangenheit und Entwicklung hat. Zumindest wird uns darüber nichts Näheres mitgeteilt.
Zwei Schüler wollen eigentlich nur den Computer ihrer Schule zur Prüfungszeit lahmlegen, doch durch einen Fehler passiert das Ungeheuerliche: überall auf der Welt fällt der Strom aus, es gibt kein Wasser mehr, Handy funktionieren nicht mehr, Flugzeuge stürzen ab - die Welt befindet sich im Mittelalter. Das Ganze wird in der Hauptsache auf der Schwäbischen Alb angesiedelt, wo die Schicksale einzelner Personen bzw. Personengruppen beleuchtet werden, aber auch Ausflüge in die große weite Welt finden statt - und daran krankt dieses Buch....
Hätte der Autor sich auf das Szenario im Südwesten Deutschlands mehr konzentriert und es noch mehr fokussiert hätte ein gutes Buch herauskommen können, so ist es einfach von allem zu viel - zu viele Personen - und alles ohne Register - die zum Teil in kleinsten Kleinigkeiten beschrieben werden, das merkt sich kein Mensch und ehrlich gesagt: man hat auch gar keine Lust dazu...
Das Buch hat interessante Figuren aber zu viele davon...
200 Seiten weniger - oder noch mehr - eine stärkere Konzentration wie aus einem Brennglas auf Wellendingen und das Ganze hätte ein gruseliges Endzeit-Szenario werden können.
So hat es mich nur ermüdet und ich muss zugeben, dass ich spätestens auf Seite 250 nicht mehr sehr konzentriert gelesen habe und mehr den allgemeinen Inhalt versucht habe zu erfassen.
Zuerst hatte ich mich über die Nachricht das ich das Buch gewonnen habe gefreut, als ich es bekam war ich erschrocken, so ein dicker Wälzer...das hatte ich nicht erwartet, aber nun gut, ich fing also an zu Lesen... und konnte das Buch kaum aus den Händen legen.
Eine 0 zuviel und schon hatten zwei Jugendliche nicht ihren Schul-PC lahmgelegt um ihre Prüfung nicht zu schreiben, nein, sie legten die ganze Welt lahm. Kein Strom und kein Wasser, wie soll da das Leben funktionieren. In der Hauptsache geht es um Eva und ihre Familie, ihr Mann ist in Schweden und ihre kleine Tochter bei der Nachbarin. Eva arbeitet im Krankenhaus und ist letztendlich die letzte Schwester die NICHT vor dem Chaos flieht. Und chaotisch ist es allemal. Plünderungen, Mord und Totschlag stehen auf der Tagesplanung, die Menschen sind zum Teil nicht mehr wie sie vor der Katastrophe waren. Es geht in dem Buch um sehr viele Menschen, und das hat mich etwas gestört. Immer wieder erzählt der Autor von einem bestimmten Menschen, bringt ihn dem Leser nah und dann stirbt der Mensch. Obwohl das Buch flüssig zu lesen ist hat mich das irgendwann dann doch gestört. Bubi ging mir gehörig auf die Nerven, obwohl er sich letztendlich zu einem besseren Menschen gewandelt hat und überall mit anpackte, Martin und seine drei Stimmen habe ich manchmal einfach überflogen. Im Grunde genommen kann ich noch nicht einmal sagen das diese langen Beschreibungen der verschiedenen Menschen schlecht beschrieben war, aber mir war es einfach zuviel.
Und natürlich auch die Angst ob so etwas nicht wirklich einmal passieren kann. Die Geschichte ist so real (bis auf wenige Ausnahmen) geschrieben das es völlig real sein könnte. Ich glaube das hat mir die meiste Angst gemacht, auch wenn ich ja weiß es ist "nur" ein Buch..... 
Das vermittelt der Autor Michael Tietz dem Leser in seinem Buch Rattentanz.
Nach einem Schülerstreich, der eigentlich recht harmlos sein sollte, bricht auf einmal die ganze wohlgeordnete Realität auseinander und das Chaos hält mit einer Macht einzug, die man nicht vermutet hätte. Jeder ist sich selbst der Nächste, keiner kann ohne den Anderen aber ebenso nicht mit ihm, und ein Stück Brot liefert einen Anlass zu einem Mord - von einem ganz normalen Menschen der aus seinem gewohnten Leben heraugerissen wird, wie alle anderen auch. Und das "lediglich" aufgrund eines weltweiten Stromausfalls.
Mittendrin eine ganz normale Familie, der Vater in Schweden beruflich unterwegs, die Mutter im Dienst im Krankenhaus, die kleine Tochter in guter Betreuung durch die Nachbarn in ihrem Wohnort Wellendingen im Schwarzwald. Schöne heile Welt - bis zum 23. Mai. Das die Welt nicht mehr in Ordnung ist fällt auf, als die Flugzeuge vom Himmel stürzen. Das ganze Stromnetz ist zusammengebrochen, die Wasserversorgung ebenso; und somit auch die Telefonverbindungen, TV, Radio, Geldautomaten, .... und es wird einem erst mal so richtig bewusst, wie abhängig die Menschheit von diesen Dingen ist! Auf einmal ist kein Platz mehr für Luxus, und das reine Überleben wird zum Punkt des zentralen Handelns. Der Vater versucht, zu seiner Familie zu gelangen, ebenso die Mutter, die zu ihrer Tochter will. Die Entfernung wird zu einem Problem.
Das Szenario wird immer krasser und beängstigender, Leichenberge türmen sich auf, verseuchtes Wasser, Mord als legitimes Mittel zum Überleben...
Das Szenario das der Autor uns vor Augen hält ist grausam und erschreckend; zudem beschreibt er es auch noch so anschaulich, das man sich richtig in das Szenario hineinversetzen kann. Bilder aus Kriegsgebieten tauchen vor den Augen auf. Zudem noch ein bißchen das Gefühl, das sollte sich so ein Ausfall tasächlich mal ereignen, die beschriebene Situation gar nicht so unrealistisch wäre.
Der Autor schafft es mit seinem Roman den Leser zu fesseln. Die Handlungen und Szenarien sind nachvollziehbar (bis auf wenige Stellen der künstlerischen Freiheit wie z.B. die Explosion des Atomkraftwerkes in Frankreich, die meiner Meinung nach auch für Deutschland deutlich mehr Folgen hätte als vom Autor beschrieben), spannend und es war mir fast nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen bis ich bei der letzten Seite angekommen war.
Meiner Meinung nach ein tolles Buch das auf jeden Fall fünf Sterne verdient hat!
Die vermeintliche Apokalypse und die Macht der Schwachen und Dummen
Inhalt:
Aufgrund eines Schülerstreichs geht am 23. Mai um 7 Uhr nichts mehr: Das Telefon ist tot, der Strom ist weg, Flugzeuge stürzen ab. Noch glauben die Protagonisten an ein temporäres Problem, doch bald wird klar, dass man sich mit dem neuen Leben abfinden und das Beste daraus machen muss. Eine neue Zeitrechnung beginnt. Die Errungenschaften der modernen Welt rücken immer mehr in den Hintergrund. Die tägliche Herausforderung ist nun der Kampf um Nahrung und das nackte Überleben in einer Welt des Chaos, der Anarchie und der Gewalt.
Mein Eindruck:
'Rattentanz' liest sich sehr flüssig und einfach, obwohl der Autor bisweilen sehr weit ausholt. Dennoch hat das Buch meiner Meinung nach trotz seiner Länge keine Längen.
Man merkt zudem, dass der Autor sich mit dem Thema hinreichend auseinander gesetzt und sich in das von ihm beschriebene Szenario intensiv hineingedacht hat. Auch die detaillierte und realistische Schilderung von Erkrankungen und ihren Symptomen hat mir gut gefallen. Man merkt, dass der Autor Krankenpfleger ist, und dass er Ahnung von dem hat, was er beschreibt.
Bis auf die letzten 150 Seiten, die ich im Vergleich zum Rest des Buches eher schwach und manchmal regelrecht absurd fand, wirkte 'Rattentanz' auf mich sehr authentisch. Das Geschriebene ist oft sehr brutal und sehr explizit, doch vermag es der Autor dadurch, sein Schreckensszenario glaubwürdig, befremdend und verstörend darzustellen. Etwa bei der Hälfte des Buches dachte ich darüber nach, ob ich das Buch nicht lieber abbrechen sollte, denn ich habe die Unsicherheit und die Verzweiflung der Protagonisten beinahe hautnah erlebt und habe mich zeitweise sehr unwohl gefühlt.
Es gibt einige Inkonsistenzen, die ich als störend empfand. So hat einer der Protagonisten eben noch eine eiternde Wunde von einem Streifschuss mitten im Gesicht und sieht kurz darauf gesund und munter aus. Außerdem gefiel mir die Beschreibung des anfangs verbal aggressiven Griesgrams Frieder nicht, der urplötzlich zu einem beliebten und geliebten Zeitgenossen mutiert. Menschen machen zwar Wandlungen durch, vor allem durch schwere Traumata, aber diese schlagartige Veränderung grundlegender Charakterzüge ist unglaubwürdig und psychologisch nicht nachvollziehbar.
Mein Resümee:
Alles in allem eine unterhaltsame und erschütternde Vision des Lebens nach dem Verlust der Errungenschaften der modernen Welt.
Tietz hat ein wunderbares Talent zu schreiben. Das Buch ist wahrlich eine Bereicherung. Das Thema ist gut durchdacht und die Ausarbeitung im Großen und Ganzen sehr gut gelungen. In der Tat hat man meist nicht das Gefühl, dass Tietz hier einen fiktiven Roman geschrieben hat, sondern viel eher einen spannenden Tatsachenbericht von sich gibt. Sehr gelungen.
Aber wie bei so vielen Erstlingswerken, gibt es auch hier eine paar Unebenheiten. Einzelnen Personen sind viel zu ausgiebig beschrieben worden. Die Relation zur eigentlichen Geschichte ist dann offensichtlich nicht ganz stimmig. Andererseits wird die Explosion des AKWs viel zu kurz behandelt. Nach der heutigen Wertigkeit, den Medien entsprechend, hätte das schon höher eingestuft werden müssen. Die verschiedenen Berichte über die anderen Länder, waren auch gut platziert. Da wäre ein klein bisschen mehr drin gewesen.
Die langatmigen Stellen in der Mitte hätten dringend gekürzt werden müssen. Das ganze Buch umfasst 800Seiten. Da hätte ruhig der Rotstift angesetzt werden können. Vermutlich war das auch der Fall. Aber dann hätte er ruhig noch mehr streichen dürfen. Tietz bemerkt manchmal nicht, dass er den Leser droht zu ersticken. Er verrennt sich in Einzelheiten, die nicht themenorientiert sind.
Trotzdem: Empfehlenswert? Auf jeden Fall! Mehr von Tietz? Aber JA!
So funktioniert's: